Statement
Wohnungsbautag: Weniger diskutieren, einfach mehr bauen
Zum heutigen Wohnungsbau-Tag erklärt Wolfgang Schubert-Raab, Präsident Zentralverband Deutsches Baugewerbe:
“Der Bund muss beim Wohnungsbau jetzt Tempo machen. Es vergehen von der Planung über die Genehmigung bis zur Fertigstellung einer Wohnung in der Regel 18 bis 24 Monate. Das heißt: Damit der Wohnungsbau in dieser Legislaturperiode noch Fahrt aufnimmt, brauchen wir schnellstmöglich verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen.
Aktuell bewegt sich der Wohnungsbau nur zögerlich aus der Talsohle. Noch immer besteht bei knapp der Hälfte der Unternehmen Auftragsmangel. Gleichzeitig droht mit dem Beginn des Iran-Konfliktes ein bekanntes Muster. Steigende Energiepreise treiben die Inflation, die EZB erhöht die Leitzinsen, Anleiherenditen steigen und mit ihnen die Baukreditzinsen. Was 2022 den abrupten Nachfrageeinbruch ausgelöst hat, droht sich zu wiederholen, bevor die Erholung überhaupt Fahrt aufnimmt.
Was jetzt gebraucht wird
Stabile Finanzierungsbedingungen sind keine Kür, sondern wohnungsbaupolitische Pflicht. Zwei Drittel aller Wohnungsbauaufträge kommen von privaten Bauherren. Sie investieren nur bei verlässlichen Konditionen. Das bedeutet:
Der KfW-Zinssatz muss spürbar und dauerhaft unter dem Niveau der Baukreditzinsen liegen – mit staatlicher Zinssubvention, damit die Förderung nicht verpufft.
Die Wirksamkeit der Förderprogramme geprüft werden. Vor allem müssen die Sonder-AfA auf den EH55-Standard ausgeweitet, und die Förderung verstetigt werden. Denn zusätzlicher Wohnungsbau rechnet sich auch fiskalisch: Zwar führt die Übertragung der Sonder-AfA auf den EH55-Standard zunächst zu Mindereinnahmen, diesen stehen jedoch etwa dreifach höhere Steuereinnahmen gegenüber.
Auch beim „Gebäude-Typ E“ braucht es bis zur Sommerpause greifbare Ergebnisse – andernfalls wird er in dieser Legislaturperiode kaum noch Wirkung entfalten.
Es muss jetzt Schluss sein mit den ewigen Debatten. Wir müssen ins Machen kommen. Nicht diskutieren, sondern einfach mehr bauen.”







