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Position des ZDB

Bauwirtschaft 4.0

Digitalisierung im Baugewerbe: Zukunft gestalten, Wettbewerbsfähigkeit sichern 

Die Digitalisierung ist ein zentraler Hebel, um die Herausforderungen der Bauwirtschaft – vom Fachkräftemangel bis zu steigenden Kosten – zu bewältigen und gleichzeitig die Innovationskraft sowie Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen, Prozesse effizienter zu gestalten und den Mittelstand zu fördern. 

Infrastruktur stärken – Basis für digitale Innovation 

Mobilfunk- und Breitbandnetze ausbauen 

Ein leistungsfähiges, flächendeckendes Daten- und Kommunikationsnetz ist die Grundvoraussetzung für den digitalen Fortschritt – insbesondere in der Bauwirtschaft. Als mobile Branche ist sie auf eine durchgängige Datenverfügbarkeit auch außerhalb des Betriebs angewiesen. Um den Betrieb, die Baustellenaktivität und die eingesetzten Maschinen in den Datenraum einbinden zu können, muss deshalb ein schnelles Datennetz flächendeckend zur Verfügung stehen. Hierzu bedarf es auch zusätzlicher finanzieller Mittel für digitale Infrastrukturprojekte.  

Verlässliche Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel 

Rechtssicherheit im Datenaustausch schaffen 

Datenerhebung, -nutzung und -austausch erfordern klare rechtliche Strukturen. Ein sicherer, transparenter und datenschutzkonformer Austausch von Informationen muss durch eindeutige Regelungen gewährleistet sein. Initiativen wie Gaia-X zeigen, wie eine vertrauenswürdige Dateninfrastruktur auf Basis europäischer Werte gestaltet werden kann. Entscheidende Voraussetzung ist der gleichberechtigte Zugang aller Beteiligten – auch der Unternehmen des Baugewerbes – zu projektrelevanten Daten. 

Datenschutz harmonisieren und praxistauglich gestalten 

Für die wirtschaftliche Nutzung von Daten ist ein einheitlicher, innovationsfreundlicher Datenschutzrahmen auf nationaler und europäischer Ebene notwendig. Datenschutz muss praktikabel umgesetzt werden – mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Sicherheit und Verfügbarkeit. Zudem braucht es zeitnah verbindliche Leitlinien zur Anwendung neuer Regelwerke, wie etwa des EU AI Acts, um Planungssicherheit bei der Entwicklung und Nutzung digitaler Produkte, wie etwa autonomer Baumaschinen zu schaffen. 

Verwaltung digitalisieren – Prozesse beschleunigen 

Digitale Kommunikation mit der Verwaltung stärken 

Eine moderne, digitalisierte Verwaltung ist der Schlüssel zu effizienteren Prozessen, weniger Bürokratie und höherer Transparenz. Voraussetzung ist eine medienbruchfreie Datenverarbeitung sowie ein umfassendes Angebot an E-Services. Diese schaffen Anreize zur Digitalisierung auch in kleinen und mittleren Unternehmen. 

Das Once-Only-Prinzip umsetzen 

Ein intelligentes, einheitliches Datenmanagement entlastet Unternehmen von mehrfachen Berichtspflichten. Mithilfe von KI können bestehende Gesetze und Normen systematisch auf Potenziale zur Anwendung dieses Prinzips geprüft werden. 

Genehmigungsprozesse digitalisieren 

Digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren verkürzen Projektlaufzeiten und reduzieren Komplexität. Der XBau-Standard sollte bundesweit umgesetzt werden, um Einheitlichkeit und Effizienz zu garantieren. 

Digitale Projekte koordiniert umsetzen 

Zentral gebündelte Kompetenzen und Ressourcen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind essenziell, um die digitale Transformation der Verwaltung zielgerichtet und einheitlich voranzubringen. 

Standards etablieren – Innovation ermöglichen 

BIM-Standards flächendeckend einführen 

Ein einheitlicher, bundesweiter Standard für Building Information Modeling (BIM) schafft Investitionssicherheit und verbessert die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Offene Schnittstellen (OpenBIM) sind dabei der Schlüssel für eine nahtlose Integration digitaler Werkzeuge. Um BIM-Kompetenzen bei den ausschreibenden Stellen zu verankern, muss die öffentliche Verwaltung mit ausreichenden Mitteln und Personalressourcen ausgestattet werden. 

Digitalen Produktpass praxisnah gestalten 

Die Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP) muss gemeinsam mit dem Baugewerbe entwickelt und so ausgestaltet werden, dass die praktikable, wirtschaftliche und rechtsichere Verfügbarkeit und Nutzung der Daten gewährleistet ist. Klare Regelungen zu Haftung und Verantwortlichkeiten sowie gestaffelte Anforderungen für KMU sichern eine faire Umsetzung. Ziel ist ein kostenneutraler, schrittweiser Übergang, der Innovationen fördert, ohne kleinere Betriebe zu überfordern. 

Bauunternehmen digital stärken 

Digitale Transformation gezielt fördern 

Insbesondere KMU benötigen Unterstützung bei der Einführung digitaler Technologien wie BIM oder Künstlicher Intelligenz. Kombinierte Förderprogramme aus Beratung und Finanzierung helfen, Know-how aufzubauen und Investitionshürden zu überwinden. 

Digitale Kompetenzen ausbauen 

Die überbetriebliche Ausbildung wie auch die Berufsschulausbildung müssen finanziell so gefördert werden, dass Ausbildungsstätten die erforderliche IT-Infrastruktur aufbauen können, um digitale Kompetenzen nachhaltig zu vermitteln. 

Cybersicherheit gewährleisten 

Das Baugewerbe trägt Mitverantwortung für kritische Infrastrukturen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Sensibilisierung und Schutz vor Cyberangriffen. Gefördert werden sollten gezielte Maßnahmen zur Schulung, digitale Sicherheitskonzepte sowie ein digital und effizient gestaltetes Meldewesen für Vorfälle. 

Daten zum Bauwerksbestand nutzbar machen 

Bauwerksdaten systematisch erfassen 

Die digitale Erfassung des Bauwerksbestands ist essenziell, um die künftigen Anforderungen bei der Sanierung im Bestand effizient erfüllen zu können.. Standardisierte, automatisierte Prozesse erleichtern die Datenpflege und -nutzung. 

Datenräume gezielt aufbauen 

Durch Pilotprojekte können rechtliche, technische und wirtschaftliche Herausforderungen rund um digitale Datenräume im Bauwesen frühzeitig erkannt und gelöst werden. 

Digitale Innovationen in die Praxis bringen 

Von der Idee zur Marktreife 

Innovative Lösungen müssen durch gezielte Förderung in die Praxis überführt werden – einfach, intuitiv und kosteneffizient. So wird Digitalisierung auch für kleinere Unternehmen wirtschaftlich attraktiv. 

Vernetzung durch digitale Plattformen fördern 

Digitale Plattformen erleichtern den Zugang zu Innovationen und stärken die Kooperation zwischen Unternehmen, Forschung und öffentlicher Hand. Eine breit angelegte Digitalisierung der Bauwirtschaft kann so schneller Realität werden. 

Publikation zum Thema

Bauwirtschaft 4.0.

Der Baumittelstand auf dem Weg in die digitale Zukunft.

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Digitalisierung

Es ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts: die Digitalisierung. Ein umfassender Transformationsprozess, der alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche erfasst. Auch der Baumittelstand ist auf dem Weg in die digitale Zukunft.