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Position des ZDB

Materialknappheit belastet Baukonjunktur

Die Bauunternehmen registrieren bei Preisanfragen zu verschiedenen Baumaterialien seit dem vierten Quartal 2020 Preissteigerungen insbesondere bei Stahl, Bitumen und Holz wie auch Dämmstoffen – und das mit einer sehr dynamischen Entwicklung.

Erzeugerpreise Dezember 2022

Die Entwicklung der Einkaufspreise für Baumaterial setzt sich im Dezember 2022 differenziert fort. Im Wohnungsbau sind die Baupreise im Jahresverlauf 2022 um 16 % gestiegen.

Die Beruhigung der Preisentwicklung für Baustoffe hat am aktuellen Rand noch keinen durchgreifenden Niederschlag in der Entwicklung der Baupreise gefunden. So legte der Index hier für das letzte Quartal 2022 bei Wohnungsbauten um 16,9 %, nach zuvor +16,5 %; und im Straßenbau um 19,3 % nach zuletzt +18,5 % zu. Im Jahresverlauf stiegen die Preise für Bauleistungen im Bauhauptgewerbe bei Wohnungsbauten um 16,4 %. Bei Büro- und Gewerbegebäuden gab die Preisentwicklung im letzten Quartal leicht nach.

Angesichts einer rückläufigen Orderentwicklung und weiter nachgebender Preise im Einkauf ist im weiteren Verlauf mit einer abnehmenden Preisdynamik für Bauleistungen zu rechnen. Nach +16,8 % für Bauleistungen im Bauhauptgewerbe in 2022 insgesamt, erwartet der ZDB für 2023 eine Preisentwicklung für Bauleistungen zwischen +5 % und +6 %.

  • Der Index für die Baustahl- und Holzpreise hat von einem hohen Niveau kommend weiter nachgegeben, ohne annähernd das Ausgangsniveau von 2019 wieder erreicht zu haben. Bei Holzbaustoffen fehlen dazu immer noch gut 30 Indexpunkte, bei Baustahl über 50 Indexpunkte. Dabei haben die Holzpreise im Jahresverlauf 2022 etwa das Niveau aus 2021 gehalten; (+1,3 % Bauholz, nach DIN 4074/S10 KVH). Für Baustahl gilt das noch nicht, da sich mit der Explosion der Energiepreise Baustahl im ersten Halbjahr 2022 zum Vorjahresniveau noch einmal um fast 60 % verteuert hatte. Durch den starken Rückgang in den letzten Monaten lag der Index für Baustahl im gesamten Jahresverlauf noch um fast ein Drittel über dem Niveau von 2021.
  • Der starke Energiepreisanstieg hat auch den Trend der Indexentwicklung bei den mineralischen Baustoffen in 2022 dominiert. Nach einem jahrelang anhaltend linearen flachen Preisanstieg, gab es hier, für diese zumeist heimischen Baustoffe, dynamische Aufwärtstrends. So legte Zement im Dezember zum Vorjahr um 30 % zu, im Jahresverlauf waren es mehr als 20 %. Bei Ziegeln lag der Preis im Dezember um knapp 20 % über Vorjahresniveau, im gesamten Jahresverlauf waren es gut 11 %. Bei Dämmvliesen scheint der Höhepunkt der Preisentwicklung absolviert zu sein. Im Dezember lag der Index noch um ein Drittel über Vorjahresniveau, im Jahresverlauf waren es +45 %.
  • Die erdölbasierten Kunststoffe zeigen (noch) keine Abwärts- sondern weiter nur eine Seitwärtsbewegung. Zum einen holen die Hersteller hier noch die gestiegenen Energiekosten der letzten Monate nach, zum anderen haben die Additive zur Fertigung immer noch eine hohe Preisbasis. Im Dezember liegen die Indizes noch um 2 % (Plaste, KG Rohre, Folien), über 8 % (Schaumstoffe) bis 14 % (Dämmstoffe) über den Vorjahreswerten. Die Jahresraten betragen zwischen ca. +15 % bis +30 %.

Die Daten können der Anlage hier entnommen werden.

Forderungen

  • Verlängerung der Erleichterungen zur Beantragung von Kurzarbeitergeld für alle Betriebe, solange die Lieferengpässe anhalten.
  • Verlängerung der Regelung zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen
  • Berücksichtigung von Stoffpreisgleitklauseln bei neuen Aufträgen im öffentlichen Bau
  • Verzicht auf Sanktionen bei Verzögerungen im Bauablauf aufgrund von Lieferengpässen
  • Nationale bzw. europäische Rohstoffstrategie für Baustoffe.

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Materialknappheit

Die Beschaffungsprobleme bei Baumaterialien und die damit verbundene Preisentwicklung sind eine enorme Herausforderung für die Bauunternehmen. Es braucht kurzfristige Lösungen, um einen Baustopp zu verhindern und eine langfristige Strategie, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.