Pressemeldung
Bauverbände setzen bei der Azubi-Gewinnung aus Afrika auf Zusammenarbeit mit der GIZ
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) hat gemeinsam mit dem Landesverband Bayerischer Bauinnungen, dem Verband baugewerblicher Unternehmen Hessen, den Bauverbänden NRW, dem Deutschen Auslandsbau-Verband sowie dem Norddeutschen Baugewerbeverband eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zur Gewinnung von Auszubildenden aus Ghana und Senegal unterzeichnet.
Dies geschieht im Rahmen des von der EU kofinanzierten und von der GIZ implementierten Projekts „Ausbildungspartnerschaften zwischen Ghana, Senegal und Deutschland“. Die Kooperation will die Anwerbung ausländischer Bau-Azubis künftig gemeinsam, strukturiert und nach klaren ethischen Standards organisieren – von der Kandidatenauswahl über die Sprachvermittlung bis zur Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Angestrebt werden feste Kooperationsstrukturen mit Partnern in Ghana und Senegal.
Demografischer Wandel als Treiber: Fachkräftesicherung wird zur Zukunftsfrage
Die Fachkräftesicherung gehört zu den drängendsten Herausforderungen der deutschen Bauwirtschaft. Der demografische Wandel, eine alternde Belegschaft und ein intensiver Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte machen es für viele Betriebe zunehmend schwierig, offene Stellen aus dem Inland heraus zu besetzen. Ausbildungsberufe im Bauhandwerk sind vielseitig, zukunftssicher und gut bezahlt – dennoch reicht das inländische Bewerberaufkommen allein nicht aus, um den Bedarf der Branche langfristig zu decken.
Die Bauverbände NRW haben bereits mehrjährige Erfahrung mit der Vermittlung von Azubis aus Staaten Sub-Sahara-Afrikas. Die ersten Kandidaten haben bereits eine Ausbildung im Hoch- oder Tiefbau abgeschlossen und arbeiten heute bei ihren Ausbildungsbetrieben als Fachkraft. Die neue Vereinbarung soll baugewerblichen Betrieben eine Orientierung für die Fachkräfte bzw. Azubigewinnung aus Drittstaaten bieten und verlässliche Wege aufzeigen:
Über die GIZ greifen die Bauverbände auf bestehende Erfahrungen und Expertise in der internationalen Nachwuchsgewinnung für Bauunternehmen zurück.
„Die GIZ nutzt ihre Netzwerke und lokalen Ausbildungspartner in Senegal und Ghana, um geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden und vorzubereiten. Dabei stellen wir sicher, dass ethische Standard eingehalten werden und eine enge Abstimmung mit den Behörden der Herkunftsländer erfolgt.“ (Leif Puschmann, GIZ-Projektleiter)
Branchenmodell mit Einladung zum Beitritt
ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab sieht in der Vereinbarung ein Modell für die gesamte Branche: „Wir laden andere Bauverbände ausdrücklich zum Beitritt ein!" Gleichzeitig warb er für Offenheit im Bauhandwerk: „Wer sein Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen möchte, ist bei uns hochwillkommen – egal woher er kommt."
Das Baugewerbe habe zudem einiges zu bieten: sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und eine flächendeckende obligatorische Altersvorsorge. Rückenwind geben auch die Ausbildungszahlen – zuletzt verzeichnete die Branche zweistellige Zuwachsraten bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.
Sie möchten offene Ausbildungsplätze mit motivierten internationalen Auszubildenden besetzen oder mehr über das Projekt erfahren? Dann besuchen Sie die Homepage von Skills Partnerships (www.skillspartnerships.com). Interessierte Betriebe können sich dort zur Besetzung von Ausbildungsstellen informieren und direkt Kontakt zum Projekt aufnehmen. Für den Ausbildungsstart 2026 gibt es noch vorbereitete Kandidatinnen und Kandidaten.
Unterzeichnende Parteien:
Zentralverband Deutsches Baugewerbe e. V. (ZDB), Berlin
Landesverband Bayerischer Bauinnungen e. V., München
Verband baugewerblicher Unternehmen Hessen e. V., Frankfurt am Main
Bauverbände NRW e. V., Düsseldorf
Deutscher Auslandsbau-Verband, Düsseldorf
Norddeutscher Baugewerbeverband e.V.
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Eschborn
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