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Konjunkturbericht

Baukonjunktur Juli 2019: Bauwirtschaft gibt im Tempo etwas nach

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes haben die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im August einen Umsatz von 8,2 Mrd. € erzielt. (Das Statistische Bundesamt berichtet seit 2017 nur noch zur Entwicklung beim Umsatz, den Beschäftigten und den Arbeitsstunden in den Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten. Die Kommentierung bezieht sich daher immer auf diese gemeldeten Daten dieser Unternehmensgröße.) Das waren nominal 2,4 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Preisentwicklung für Bauleistungen insgesamt lag im August bei +4,4 %, sodass sich real eine Umsatzentwicklung von fast -2 % ergibt.

Kumulativ wurden bis August nominal 56,3 Mrd. € erwirtschaftet und damit immer noch über 10 % mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Bei einer kumulativen Preisentwicklung von 5,5 % liegt der Umsatz per August real um 4,5 % über dem Vorjahresniveau. Die Preisentwicklung für Bauleistungen hat im August etwas nachgegeben, dies v.a.D. im Tiefbau.

Die Dynamik der Umsatzentwicklung hat damit insgesamt im zweiten Halbjahr an Tempo verloren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im zweiten Halbjahr 2019, bis August, drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen.

Die Unternehmen zeigen weiter großes Interesse an Einstellungen. Gegenüber dem Vorjahr hält das Plus an Beschäftigten in den Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten bei gut 5 %.

Der Orderzugang hält im Bauhauptgewerbe insgesamt kumulativ bei +10 % nominal, hat aber im zweiten Halbjahr auch an Tempo zum Vorjahr verloren. Im August legten die Order noch um nominal +2,1 % zu, real gaben sie um 2,2 % gegenüber dem August 2018 nach

In den einzelnen Sparten gab es folgende Entwicklung:

Wohnungsbau

Der Umsatz im Wohnungsbau erreichte im August 1,9 Mrd. € (+4 %) und damit kumulativ knapp 14 Mrd. €; (+10,9 %). Dabei setzt sich bei den Frühindikatoren das Muster aus den Vormonaten fort: Die Baugenehmigungen erreichen nicht mehr das Vorjahresniveau. Wurden in 2018 bis August insgesamt 204.000 WE Bauanträge in Wohngebäuden genehmigt, waren es in diesem Jahr bis zum August noch 196.700 WE (-3,7 %). Das Delta geht auf den Mehrfamilienhausbau (-4.200 WE; -3,5 %) und Wohneinheiten in Wohnheimen (-2.900 WE; - 35 %) zurück. Bei den Order gibt es bisher keine Ermüdungserscheinungen. Mit 1,5 Mrd. € wurden ca. 8 % mehr Aufträge erteilt als im Vorjahresmonat; (kumulativ ca. +12 %).

Wirtschaftsbau

Der Umsatz im Wirtschaftsbau erreichte im August 3,3 Mrd. € (+1,4 %) und damit kumulativ knapp 24,8 Mrd. €; (+9,7 %).

Angesichts der aus der Industrie vermeldeten nachlassenden Konjunktur ist die Nachfrage nach Wirtschaftsbauten für die Bauunternehmer von besonderem Interesse. In den Vormonaten war ein schwaches Genehmigungsverlangen zu verzeichnen, insbesondere bei Fabrikgebäuden. Hier ist im August eine Aufwärtskorrektur zu verzeichnen. Alle Gebäudekategorien, Bürogebäude (+43 %), Fabrik- und Werkstattgebäude (+8 %) und Handels- und Lagergebäude (+8,5 %) legten erkennbar zu. Allerdings wird damit kumulativ nur knapp das Vorjahresniveau erreicht. Das gilt nicht nur für die Bemessung nach Baukosten, sondern auch für den umbauten Raum. Anders als im Vormonat, als sich eine Stagnation bei den Ordern im Hochbau abzeichnete, hat sich dies im August so nicht fortgesetzt. Die Order stiegen hier um 9 %. Kumulativ halten die Order aus der Wirtschaft weiter ein hohes Niveau (+10,6 %).

Öffentlicher Bau

Der Umsatz im öffentlichen Bau erreichte im August 2,9 Mrd. € (+2,6 %) und damit kumulativ ca. 18,6 Mrd. €; (+10,6 %). Während es bis zum Mai hier monatlich deutlich zweistellige Zuwachsraten gab, haben diese ab Juni deutlich nachgelassen. Dies ist insbesondere auf den Tiefbau zurückzuführen.
Bei den Order zeigt sich das gleiche Muster. Auch hier schlägt die verhaltene Entwicklung im Tiefbau seit Juni durch. Wurden bis zum Mai noch knapp 13 % mehr Aufträge erteilt, liegen die Order seit Juni sogar knapp unter dem Vorjahresniveau. Auch wenn hier das hohe Ausgangsniveau des Vorjahres zu berücksichtigen ist, scheint den öffentlichen Auftraggebern etwas „die Luft auszugehen“. Mit Blick auf die Überleitung der Auftragsverwaltung der Länder zum Bund (Autobahn GmbH), bleibt hier von besonderer Bedeutung, genug Planungsvorlauf auf die Straße zu bringen, um die Budgets des Bundes umzusetzen. Auch die Kommunen haben für 2019 einen deutlichen Zuwachs bei den Baumaßnahmen prognostiziert. So geht der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DSTGB) in seiner Prognose von einem Wachstum in 2019 von fast 15 % bei Baumaßnahmen aus.

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Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes haben die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im August einen Umsatz von 8,2 Mrd. € erzielt. (Das Statistische Bundesamt berichtet seit 2017 nur noch zur Entwicklung beim Umsatz, den Beschäftigten und den Arbeitsstunden in den Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten. Die Kommentierung bezieht sich daher immer auf diese gemeldeten Daten dieser Unternehmensgröße.) Das waren nominal 2,4 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Preisentwicklung für Bauleistungen insgesamt lag im August bei +4,4 %, sodass sich real eine Umsatzentwicklung von fast -2 % ergibt.