WorldSkills 2017 – Patenschaft für Team Sambia

Im Oktober 2017 finden die 44. WorldSkills in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Dieser Wettbewerb ist die offizelle „Weltmeisterschaft der Berufe“. Rund 1300 der besten internationalen Nachwuchshandwerker ermitteln in 51 Disziplinen ihre Weltmeister.

Zum wiederholten Male werden auch Teams aus Deutschland teilnehmen. Das deutsche Leistungszentrum für die Bauberufe befindet sich in Nördlingen. Im Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum der Bauinnung Donau-Ries trainieren die jungen Betonbauer und Maurer für den harten Wettbewerb mit ihren Kollegen aus aller Welt.
Aber die WorldSkills sind nicht nur eine Weltmeisterschaft. In allen Berufsfeldern findet auch ein intensiver Wissensaustausch auf höchstem fachlichen Niveau statt. „Die besten Nachwuchskräfte in der Welt, nicht nur fordern, sondern auch fördern, das ist die Aufgabe unseres Wettbewerbs. Die WorldSkills sind nicht nur ein Internationaler Berufswettbewerb, sie sind auch ein partnerschaftlicher Vergleich, bei dem die erfahreneren Nationen eine Art Patenschaft für die weniger erfahrenen übernehmen können und dabei einen Teil Ihres Wissens weitergeben. Das Voneinander-Lernen spielt genauso eine wichtige Rolle, wie der sportliche Wettbewerb!“ Werner Luther, geschäftsführender Gesellschafter der Eigner Bauunternehmung und Obermeister der Bauinnung Donau-Ries betont die Bedeutung des internationalen Wissenstransfers. Bereits mehrfach nahm er als Experte für die deutschen Betonbauer an den WorldSkills teil.

Dabei hatte er viel Gelegenheit sich mit Teams anderer Nationen auszutauschen. So lernte er auch einige Teilnehmer des Nationalteams von Sambia kennen, die erst seit 2013 an den WorldSkills teilnehmen. Man beschloss, dass der deutsche und sambische Berufsverband intensiver miteinander kommunizieren sollten. Im Laufe der folgenden zwei Jahre gab es einen regen Briefwechsel und dieses Jahr folgte dann die Einladung des deutschen an den sambischen Berufsverband, sein diesjähriges WorldSkills-Team zu einem Training nach Nördlingen zu senden. Dort sollten die jungen Betonarbeiter, unter Anleitung von Josef Leberle, Leiter des Aus- und Weiterbildungszentrums, gewissermaßen des „Bundes-Trainers“ der deutschen Betonbauer eine Woche intensiv trainieren. Dabei profitiere man davon, dass die Bauinnung Donau-Ries gleichzeitig auch das Trainingszentrum der deutschen Teams der Betonbauer ist und diese sich nur eine Woche später selbst auf den harten Wettbewerb vorbereiten würden. Die Deutschen sind amtierender Vize-Weltmeister. Sämtliche Werkzeuge und Bau-Materialien waren bereits vorbereitet und wurden auch dem sambischen Team zur Verfügung gestellt.

In der letzten Woche war es dann soweit. Ein junges Team bestehend aus der 22-jährigen Marah und dem 20-jährigen Chansa, sowie ihrem sambischen Trainer Emmanuel Nswana machte sich auf die weite Reise ins Nördlinger Ries. Für die jungen sambischen Teilnehmer war es ihre erste große Reise.

Fünf harte Tage warteten auf sie. In dieser Zeit hatten sie, unter Beratung ihrer Trainer, eine drei Meter hohe Konstruktion unter Zeitdruck aufzubauen. Mit viel Enthusiasmus machten sie sich an die Arbeit. Dabei wurde dann aber auch deutlich, dass die jungen Teilnehmer, zum Teil, noch nie mit einigen der modernen Werkzeuge und Baumaterialien gearbeitet hatten. So lernten sie in einer sehr intensiven Woche viele Dinge, die sie nicht nur für die WorldSkills, aber auch für ihre berufliche Weiterentwicklung nutzen könnten.

Aber das WorldSkill-Training sollte nicht die einzige Erfahrung bleiben. Das Team der Bauinnung hatte kleine Abend-Programme in und um Nördlingen organisiert und trotz des anstrengenden Programms wurden diese von den sambischen Teilnehmern sehr gerne angenommen. Am Ende der Woche hatten alle drei den Türmer auf dem Daniel besucht und gelernt was „So gsell so“ bedeutet. Alle drei betonten wie sehr ihnen Nördlingen und das Ries gefallen hatte und dass sie gerne einmal wiederkommen wollten.

Am Ende der intensiven Trainingswoche verabschiedeten sich die drei Sambier erschöpft, aber glücklich von dem Team der Bauinnung Donau-Ries, die nicht nur Kollegen sondern auch Freunde geworden waren.