Teammitglieder des Teams German Construction Confederation für die EuroSkills 2012

Teamvorstellung im Detail:

Fliesenleger Björn Bohmfalk (21) aus Großefehn in Niedersachsen wurde 2010 Deutscher Meister im Fliesenlegerhandwerk und kämpfte erfolgreich im April 2012 mit dem Deutschen Meister aus dem Jahr 2011 um das Ticket für die EuroSkills. An die bisherigen Berufswettbewerbe ist Bohmfalk stets mit dem Vorhaben herangegangen, „gut zu sein“. Gut sein will er auch beim Messen mit den Berufskollegen aus ganz Europa und bereitet sich entsprechen vor, will aber „locker bleiben“. Seine Berufswahl war durch seinen Vater geprägt, selbst Fliesenlegermeister. „Ich war einfach schon als Kind viel dabei!“. Mittlerweile sind Vater und Sohn, inzwischen auch Fliesenlegermeister, Geschäftspartner und bieten ihre Leistungen gemeinsam an. Die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten mit Fliesen sind für Bohmfalk das, was seinen Beruf ausmacht. „Wir können beispielsweise ein altes Bad zu einer neuen Schönheit machen!“ Beim Training fliest er eine Wand und bildet die Rennstrecke nach, auf der die EM im belgischen Spa stattfindet.

Maurer Sebastian Wichern (20) aus Deinstedt-Malstedt in Niedersachsen wurde im November 2011 Deutscher Meister mit einem denkbar knappen Ergebnis von 0,1 Punktunterschied zum zweiten Bundessieger. Da auch der dritte Bundessieger nur weitere 0,1 Punkte hintendran lag, durften alle drei beim EM-Entscheid mitmachen. Erneut lag Wichern vor, für ihn selbst wieder überraschend, weil die „anderen auch einfach gut sind!“ Die EM-Teilnahme ist für ihn eine „coole Sache“. Er will sein Bestes geben und ist selbst gespannt, wie er im Vergleich mit den europäischen Berufskollegen abschneidet. „Ich hoffe, ich werde mit meiner Arbeit und meinen Leistungen bei der EuroSkills zufrieden sein. Der Rest zeigt sich dann schon!“. Wichern arbeitet zurzeit als Geselle, will im nächsten Jahr die Meisterschule angehen und später den elterlichen Betrieb übernehmen. „Ich bin in den Beruf hineingewachsen, aber es bringt einfach auch viel Spaß, weil man sieht, was man macht!“.

Die Straßenbauer Robin Berger (20) aus dem sächsischen Pockau und Sebastian Full (20) aus Altbessingen in Bayern treten als Zweier-Team an. Das sieht das Reglement so vor. Robin Berger wurde im vergangenen Jahr Deutscher Meister. „Ich dachte und hatte gehofft, unter die ersten Drei zu kommen. Schön, dass es so gut gelaufen ist und dass ich jetzt auch bei der EuroSkill teilnehmen kann!“. Die EM ist für Berger einfach eine große Chance, „mitzumachen, viel zu lernen und zu erleben und hoffentlich noch eine Medaille zu gewinnen“. Denn dass er Talent für seinen Beruf, hat er über die bisherigen Berufswettbewerbe schon gezeigt. Ansonsten hat sich sein Weg in den Straßenbau „ergeben“, über einen Ferienjob, aus dem der Lehrberuf wurde. Berger arbeitet als Geselle in einem Straßenbaubetrieb.

Bei den Straßenbauern treten stets die Deutschen Meister der letzten beiden Jahre an. Allerdings muss der Bundessieger 2010, der 20jährige Sebastian Full aus Altbessingen in Bayern, wegen einer Verletzung um seine EM-Teilnahme bangen. Das Training konnte er nur mit dem Kopf und nicht mit den Händen absolvieren und hofft somit auf eine schnelle Wiederherstellung seiner Einsatzkraft. Denn das Messen mit den europäischen Kollegen reizt ihn sehr. Dabei „will er besser sein, als die Fußballer bei der EM und strebt den ersten Platz an“, so der aktive Fußballspieler mit einem Augenzwinkern. Full arbeitet noch als Geselle, will in Kürze in Meisterschule angehen und später die Firma seines Vaters übernehmen.

Durch Fulls Ausfall kam beim öffentlichen Abschlusstraining zunächst der Zweitplatzierte aus dem Jahr 2010, Thorben Peper (22) aus Eisdorf-Hatzte in Niedersachsen, Ersatzmann zum Zuge. „Ich wollte schon bei den Deutschen Meisterschaften einfach dabei sein und Lebenserfahrungen sammeln, umso mehr reizt mich die EM, denn nicht jeder hat die Chance, hieran teilzunehmen!“ Peper reizt die Vielfalt an seinem Beruf als Straßenbauer, denn „mit Steinen, vor allem Natursteinen, kann man unglaublich viel machen“. Er ist inzwischen Meister und will sich irgendwann selbständig machen.

Die Stuckateure Kadir Uzunsakaloglu (23) aus Ammerbuch und Andreas Schenk (20) aus Ehingen-Altbierlingen, beide Baden-Württemberg, treten ebenfalls als Team an und konnten einen gesonderten Ausscheidungswettbewerb im Nationalteam der Stuckateure für sich gewinnen. Uzunsakaloglu ist Deutscher Meister aus dem Jahr 2010, arbeitet als Geselle in einem Stuckateurbetrieb und wollte eigentlich in die Metallbranche. Sein Bruder, ebenfalls Stuckateur, hat ihn dann von dem handwerklich wie kreativen Beruf überzeugt. Und Uzunsakaloglu zeigte überzeugende Leistungen. Kammersieger war sein Ausbildungsziel, Bundessieger bislang sein größer Erfolg. Die EM-Teilnahme ist für ihn mit einem gewissen Stolz verbunden. „Ich darf für Deutschland antreten und werde mein Bestes geben“.

Aber nicht nur Uzunsakaloglu will eine Medaille erreichen, auch sein Teamkollege Andreas Schenk. „Die EM-Teilnahme ist einfach eine tolle Sache. Es ist beruflich und persönlich eins der höchsten Ziele!“, erklärt der Stuckateur, der demnächst die Meisterschule angehen will, um den fast 50jährigen Familienbetrieb in dritter Generation zu übernehmen. „Mir ist der Beruf sozusagen in die Wiege gelegt worden!“