Maurer Sebastian Wichern aus Deinstedt-Malstedt belegt vierten Platz bei der Berufseuropameisterschaft

Der 20jährige Maurer Sebastian Wichern aus Deinstedt-Malstedt in Niedersachsen hat bei der Berufseuropameisterschaft „EuroSkills 2012“ im belgischen Spa-Franchorchamps den undankbaren vierten Platz belegt, aber eine „Medallion for Excellence“ für Bestleistungen bekommen.

Während des dreitägigen Wettbewerbs musste er eine Mauer mit Bogen erstellen und hat einen beeindruckenden Schlusssprint hingelegt. Doch bei einem der entscheidenden Maße lag er 0,9 Millimeter daneben und hätte sonst Bronze geholt. Wichern gehört zum sechsköpfigen EuroSkills-Team, das der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) nach Belgien entsandt hatte.

Maurer Sebastian Wichern wurde im November 2011 Deutscher Meister. Er war trotz des vierten Platzes zufrieden. „Ich wollte mit der Aufgabe fertig werden. Das habe ich geschafft. Die EM war einfach eine tolle Sache, ich habe viel gelernt und viel erlebt!“ Wichern arbeitet zurzeit als Geselle, will im nächsten Jahr die Meisterschule angehen und später den elterlichen Betrieb übernehmen.

Vorbereitet wurde der deutsche Maurer von Kai-Uwe Holtschmidt, Leiter der Berufsbildungsstätte der Bauinnung München. Holtschmidt war das zweite Mal bei einem internationalen Berufswettbewerb als Trainer und Mitglied der internationalen Jury dabei. „Es ist schade, dass wir so knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt sind, zumal Sebastian einfach tolle Leistungen gezeigt hat! Aber das ist Wettbewerb!“

Das deutsche Baugewerbe holte bei der EM zweimal Gold (Straßenbauer und Fliesenleger) und zweimal „Medallions for Excellence“ (Stuckateure und Maurer, jeweils vierter Platz). „Das war ein sehr erfolgreicher Wettbewerb für das deutsche Baugewerbe. Im Hinblick auf die WorldSkills in Leipzig im kommenden Jahr sind wir gut gerüstet.“ Dieses erklärte Klaus-Dieter Fromm, Leiter der baugewerblichen Delegation in Spa und Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses des ZDB.

Der Hauptgeschäftsführer des ZDB, Felix Pakleppa, gratulierte dem Nationalteam zu diesem Erfolg und erklärte: „Dieses tolle Ergebnis zeigt einmal mehr die Leistungsfähigkeit der Berufsausbildung im Baugewerbe. Insbesondere die inhabergeführten, mittelständischen Unternehmer leisten mit 80 % den Löwenanteil und sorgen so für die Zukunftsfähigkeit der Branche.“

Die EuroSkills 2012 hat in der vergangenen Woche im belgischen Spa stattgefunden; 403 Teilnehmer aus 23 Ländern Europas kämpften in 44 Wettbewerben und Gold, Silber und Bronze. Die 25 deutschen Teilnehmer in 19 Berufen holten 6 Mal Gold und vier Mal Bronze.