Nationalteam des Deutschen Baugewerbes trainierte öffentlich im Bundesbauministerium in Berlin

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes für die Europameisterschaft der Berufe Euroskills 2014 im französischen Lille hat im Rahmen des Tages der Offenen Tür der Bundesregierung ein zweitägiges öffentliches Abschlusstraining in Berlin absolviert. Das Training fand am 30. und 31. August 2014 im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) statt.

Sieben Nachwuchshandwerker in fünf Bauberufen zeigten ihr Können und ihre Fertigkeiten als Beste ihres Faches vor den Augen der Öffentlichkeit. Sie haben für den Wettbewerb typische Arbeiten trainiert und damit Tätigkeiten ihres Berufs demonstriert.
Mit dem Auftritt im Bundesbauministerium warb der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) für die Bauberufe. Höhepunkt des Trainings war das Treffen mit Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks. Die Bauministerin wie auch die Staatssekretäre wünschten dem Team viel Glück und Erfolg in Lille. Der Parlamentarische Staatsekretär Florian Pronold übte sich in den vorgestellten Handwerksberufen und zeigte, dass auch Politiker viel vom Handwerk verstehen. Staatssekretär Gunther Adler testete die Mannschaftskleidung von Teamsponsor cws-boco auf ihre Tauglichkeit.

Zum Nationalteam des Deutschen Baugewerbes gehören folgende Teilnehmer:
• Fliesenleger Volker Rosenberg (21) aus Berumbur in Niedersachsen,
• Maurer Sven Jungmann (20) aus Völklingen im Saarland,
• die Straßenbauer Sebastian Full (22) aus Altbessingen in Bayern und Sebastian Falz (21) aus Meinerzhagen in Nordrhein-Westfalen sowie
• die Stuckateure Marc Armbrüster (22) aus Baienfurt und Valmir Dobruna (22) aus Ilvesheim, beide Baden-Württemberg.
• In das Training eingebunden war zudem der Zimmerer-Europameister 2014, Simon Rehm (21) aus Weinsfeld bei Hilpoltstein in Bayern.

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes wird sich vom 2. bis 4. Oktober 2014 im französischen Lille mit Berufskollegen aus Europa messen. Der dreitägige Wettbewerb ist ein außergewöhnliches Schaufenster für technisches und handwerkliches Know-how. Insgesamt treten ca. 430 Teilnehmer aus 25 europäischen Ländern in gut 40 Berufen an. Aus Deutschland nehmen 21 junge Frauen und Männer in 15 Berufen teil. Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 25 Jahre alt sein.
Bei der letzten EuroSkills 2012 im belgischen Spa holte das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes in den Berufen Fliesenleger und Straßenbauer Gold. Die Maurer und Stuckateure bekamen jeweils eine Medaille of Excellence für Bestleistungen und errangen den 4. Platz.

Teamvorstellung im Detail:
Fliesenleger Volker Rosenberg (21) aus Berumbur in Niedersachsen wurde im Jahr 2013 deutscher Vize-Meister im Fliesenlegerhandwerk und kämpfte erfolgreich im April 2014 mit dem Deutschen Meister aus dem Jahr 2013 um das Ticket für die Euroskills 2014. Volker Rosenberg war sichtlich überrascht, dass er der Sieger dieses Wettbewerbs war. Der derzeitige Meisterschüler war „eher durch Zufall“ ins Fliesenlegerhandwerk gekommen. Er wollte nach der 12. Klasse am Wirtschaftsgymnasium nur ein Praktikum beim Fliesenfachgeschäft Georg Ahrends in Norden machen und blieb, weil er großen Gefallen am Beruf gefunden hatte. Sein genaues Arbeiten ist sein Erfolgsrezept – erst beim Praktikum, dann in der Lehre sowie bei den Deutschen Meisterschaften und „natürlich auch auf dem Bau“. Bei der EuroSkills will er so genau wie möglich arbeiten. „Ich freue mich auf das Erlebnis EuroSkills und verspreche mir viele neue Erfahrungen!“

Mit der Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2013 konnte sich Maurer Sven Jungmann (20) aus dem saarländischen Völklingen für die EuroSkills 2014 qualifizieren. „Ich freue mich auf die EM samt der intensiven Vorbereitung und werde dann mindestens 120 oder 150 Prozent geben! Als ich während der Ausbildung von diesen Wettbewerben hörte, hätte ich nie gedacht, dass ich selbst einmal da hinkomme!“, so Jungmann. Nachdem die Meisterschule beendet ist, bereitet sich Jungmann intensiv auf die EuroSkills vor. Mit dem Maurer-Beruf ist Jungmann seit Kindesbeinen verbunden. „Die erste Kelle hatte ich mit 3 Jahren oder noch früher in der Hand!“ Vater und Großvater haben es vorgelebt. Jungmann absolvierte seine Ausbildung bei der Linnebacher Bau GmbH in Neunkirchen. Wenn er den Meisterbrief im Herbst in der Tasche hat, will er mit seinem Vater, der ein Planungsbüro für Großküchen hat, eine Baufirma gründen.

Der 20jährige Straßenbaumeister Sebastian Falz aus Meinerzhagen in Nordrhein-Westfalen war 2012 Deutscher Meister geworden und will seine persönliche Erfolgsgeschichte bei Berufswettbewerben fortschreiben. „Meine Erwartungen sind hoch. Da ich bislang so erfolgreich in diesem Handwerk war, will ich jetzt mit der Goldmedaille sozusagen das i-Tüpfelchen setzen!“ Falz hatte 2012 seine Ausbildung abgeschlossen und ist seit September 2013 Straßenbaumeister. Er ist im elterlichen Betrieb Tiefbau Falz GmbH & Co. KG in Meinerzhagen in Nordrhein-Westfalen tätig und nach wie begeistert von seinem Beruf. „Ich bin mit diesem Beruf groß geworden und schätze auch die handwerklich kreative Seite des Straßenbauers sehr!“ Beim Training in Berlin war er nicht dabei.

Dafür bereitet sich der 21jährige Straßenbaumeister Daniel Brinkmann aus Winterberg in Nordrhein-Westfalen vor. „Man weiß ja nie, ob man nicht doch noch einspringen muss!“ Insgesamt bewertet der Vizemeister der Deutschen Meisterschaften 2012 die Berufswettbewerbe als große Chance, die „man nutzen muss“. Er hat bei Wilhelm König und Söhne in Winterberg gelernt und ist dort inzwischen als Jungmeister tätig. „Erfahrungen sammeln und etwas anderes sehen!“, so seine Motivation. Denn über kurz oder lang will er den elterlichen Betrieb in Winterberg übernehmen. Mit dem Straßenbau ist er somit schon immer verbunden. „Da lag es nahe, diesen Beruf von der Pike auf zu lernen!“

Für den 21jährige Straßenbaumeister Sebastian Full aus dem bayerischen Altbessingen ist die EuroSkills 2014 nicht der erste internationale Berufswettbewerb. Der Deutsche Meister aus dem Jahr 2010 hatte im letzten Jahr bei der Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2013“ mitgemacht und in einem Präsentationswettbewerb die Goldmedaille geholt. Auch bei der EuroSkills ist Gold das Ziel von Full. „Wir gehen als Titelverteidiger ins Rennen. Also will ich das Ding nach Hause holen. Ansonsten freue ich mich drauf, wieder viel zu erleben und neue Leute kennenzulernen!“ Full ist bei Trend-Bau GmbH & Co. KG in Röttingen als Straßenbaumeister beschäftigt.

Stuckateur Marc Armbrüster (22) aus Baienfurt und Valmir Dobruna (222) aus Ilvesheim, beide Baden-Württemberg, freuten sich sehr über ihre EM-Tickets, die nach einem mannschaftsinterne Wettbewerb im Nationalteam der Stuckateure vergeben wurden. „Ich bin verdammt glücklich, dass ich zusammen mit Valmir ausgewählt wurde, unser Land in Frankreich zu vertreten“, so Marc Armbrüster. „Ich freue mich einfach riesig auf die Herausforderung EM!“ Armbrüster hatte sich als Deutscher Meister 2013 für das Nationalteam qualifiziert und ist inzwischen als Geselle in seinem Ausbildungsbetrieb Stuckateurbetrieb Geßler in Meckenbeuren tätig. Die Freude von Valmir Dobruna konnte bei Facebook nachgelesen werden. „Mega geil!!!“, so seine Worte. Dobruna kam über einen Contest zum Nationalteam und arbeitet als Geselle im Stukkateurbetrieb Jakob in Wilhelmsfeld. „Es ist für mich ein einmaliges Erlebnis. Ich hoffe für uns beide, dass wir das Bestmögliche erreichen, also Gold!“

Zimmerer Simon Rehm (21) aus Weinsfeld bei Hilpoltstein in Bayern wurde Anfang April 2014 in Frankreich Europameister in der Einzel- und Nationenwertung. Für den deutschen Vize-Meister aus dem Jahr 2012 war das EM-Ergebnis „unglaublich“. „Ich hatte nicht mit diesem Top-Ergebnis für mich und meine Mannschaftskollegen gerechnet!“ Simon Rehm ist weiterhin Mitglied der Zimmerer-Nationalmannschaft und trainiert nun mit dem Ziel bei der Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2015“ in Brasilien anzutreten. „Natürlich peile ich jetzt eine WM-Teilnahme an!“ Rehm ist als Geselle in der Zimmerei Rehm in Weinsfeld beschäftigt.