Erstmals nehmen auch Betonbauer an der Berufsweltmeisterschaft WorldSkills teil

Auf den Spuren der Fußball-Nationalmannschaft sind Dennis Behrens (20) aus Scheeßel in Niedersachsen und Pascal Gottfried (21) aus Rattelsdorf in Bayern unterwegs. Die beiden sind die besten deutschen Betonbauer, gehören zum Nationalteam des Deutschen Baugewerbes und wollen bei der Berufsweltmeisterschaft WorldSkills 2015 im August in Sao Paulo Weltmeister werden.

Um sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, trainierten sie vom 22. Juni bis 3. Juli 2015 zwei Wochen im Ausbildungs- und Fortbildungszentrum der Bauinnung Donau-Ries.

Mit seiner Ausbildung als Betonbauer bei Beco Hoch- und Ing. Bau in Scheeßel setzte Dennis Behrens eine Familientradition fort. Er ist bereits die vierte Generation im Baugewerbe und hat einfach Spaß am Handwerk. „Mein Beruf ist sehr vielfältig und man sieht, was man geschafft hat“. Aber er kann sich auch ein Bauingenieur-Studium vorstellen. Das Fachabitur hat der Niedersachse gerade absolviert. WorldSkills ist für den 20jährigen eine „einmalige Erfahrung“. Das Ziel ist für ihn und seinen Teamkollegen Pascal Gottfried klar: „Weltmeister! Aber schon dabei zu sein ist cool!“ Aber mit Blick auf Sao Paulo ist er nicht mehr ganz so cool. „Die Aufregung steigt, die Zeit der Vorbereitung rennt!“

Das Bestmögliche umzusetzen – eine Herausforderung, die Pascal Gottfried mag, nicht nur an seinem Beruf, sondern auch beim Projekt WorldSkills. Ihn reizt die anspruchsvolle Aufgabenstellung in Sao Paulo und die damit verbundenen fachlichen wie mentalen Anforderungen an ihn und seinen Teamkollegen. Aber noch ist er die Ruhe selbst. „Aber das ändert sich beim Abflug!“ Seine Ausbildung hat Gottfried bei RAAB Baugesellschaft mbH & Co. KG in Ebensfeld gemacht, dort ist er als Geselle im Brückenbau tätig. Er mag an seinem Beruf, dass man viel draußen ist, immer andere Gebäude und Konstruktionen entstehen und somit „die Vielfalt erhalten bleibt“.

Trainer und Experte in der internationalen Jury der Betonbauer ist der Obermeister der Bauinnung Donau-Ries und Nördlinger Bauunternehmer Werner Luther. Für ihn ist WorldSkills Neuland. Bislang war er nur national aktiv, seit über 20 Jahren ist er Vorsitzender der Bewertungskommission für die Betonbauer bei den Deutschen Meisterschaften in den bauhandwerklichen Berufen. Relativ unverhofft nimmt er jetzt an WorldSkills 2015 in Sao Paulo teil. Er ist selbst gespannt, was er mit seinem Zweierteam in Brasilien erleben wird. „Natürlich hoffe ich auf eine Medaille! Da der Wettbewerb zum ersten Mal stattfindet, wissen wir nicht, wie gut unsere Konkurrenten sind. Ich bin zuversichtlich, dass auch unsere Betonbauer gut mithalten können, weil sie eine hervorragende duale Ausbildung im Deutschen Baugewerbe genossen haben“, so Luther.

Bei der Vorbereitung der Weltmeisterschaft wird Luther von Josef Leberle, Ausbildungsmeister in Nördlingen, unterstützt.

Die Trainings der Betonbauer vor der Weltmeisterschaft werden von der Deutschen Doka Schalungstechnik GmbH unterstützt. MAX Europe stellt eine MAX RE.BARTIER-Eisenbindemaschine bereit. Elektrowerkzeug-Hersteller Metabo ist Maschinensponsor. Vor dem Abflug nach Sao Paulo findet im Juli noch ein Training in Leipzig statt.

Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2015“ im August in Sao Paulo

Die Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2015“ findet vom 11. bis 16. August in Sao Paulo statt. Über 1.200 Teilnehmer aus rund 60 Ländern weltweit werden erwartet, die in 50 verschiedenen Wettbewerbskategorien gegeneinander antreten. Präzision und Genauigkeit sowie Nervenstärke und Konzentration entscheiden über Gold, Silber und Bronze.

41 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden über WorldSkills Germany gemeldet und starten in 37 Berufen. Aus dem Nationalteam des Deutschen Baugewerbes nehmen insgesamt sechs Teammitglieder teil. Neben den zwei Betonbauern sind das ein Maurer, ein Fliesenleger, ein Stuckateur und ein Zimmerer. Das deutsche Baugewerbe stellt bei den Fliesenlegern und Stuckteuren die amtierenden Weltmeister, die bei WorldSkills 2013 in Leipzig Gold geholt haben.