Deutscher Meister 2012 bei den Estrichlegern kommt aus Schleswig-Holstein

Silber geht nach Hessen, Bronze nach Bayern.

67 Gesellen, darunter vier junge Frauen, aus neun bauhandwerklichen Berufen haben am dreitägigen Bundesleistungswettbewerb 2012 des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes teilgenommen und im Berufs- und Technologiezentrum Bau in Kenn bei Trier in Rheinland-Pfalz um Gold, Silber und Bronze gekämpft. Die Teilnehmer hatten sich zuvor als Kammer- und Landessieger für die Deutsche Meisterschaft im Bauhandwerk qualifiziert.

Deutscher Meister und damit Bundessieger bei den Estrichlegern wurde Stephan Loose (23) aus Rendsburg (Schleswig-Holstein). Silber ging an Marco Delp (21) aus Frankisch-Crumbach in Hessen. Den dritten Platz errang Niko Keller (27) aus Hallstadt in Bayern. Während des Wettbewerbs mussten die Estrichleger zuerst eine Ausgleichsschicht herstellen, darauf eine Hartfaserplatte, dann eine Trittschalldämmung und eine Wärmedämmung aufbringen und mit Fertigestrich abdecken. Als oberste Schicht wurden dann PVC und Teppich verlegt.

Bundessieger Stephan Loose, der bei der A. Jaeger Estrichleger GmbH in Hamweddel ausgebildet wurde, hatte mit einem Platz weiter hinten gerechnet. „Aber es ist ein gutes Gefühl, ich habe viel im Wettbewerb gelernt!“. Auch Marco Delp zeigte sich überrascht. „Ich war von meiner Arbeit nicht so richtig überzeugt, ich hatte die anderen als besser eingeschätzt. Da war ich wohl zu kritisch mit mir!“. Er hat seine Ausbildung bei der Firma Gerhard Delp in Frankisch-Crumbach absolviert. „Etwas enttäuscht“ zeigte sich der Bronzemedaillengewinner Niko Keller, ausgebildet bei der Fa. Barbara Pianski in Hallstadt. Er hatte sich weiter vorne gesehen, aber „ich habe viel gelernt und es war richtig, am Wettbewerb teilzunehmen!“.

Der 61. Bundesleistungswettbewerb in den bauhandwerklichen Berufen hatte vom 10. bis 12. November 2012 bei Trier unter der Schirmherrschaft von Eveline Lemke, Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung des Landes Rheinland-Pfalz stattgefunden. Anlässlich der Siegerehrung würdigte die Ministerin das Engagement der Teilnehmer und Teilnehmerinnen: „Handwerkliche Dienstleistungen von guter Qualität und spezielle Arbeiten nach Kundenwunsch kann nur jemand bieten, der gut ausgebildet und eben besser ist als der Durchschnitt. In Zeiten von härterer Konkurrenz ist es besonders lobenswert, wenn sich junge Menschen dem Wettbewerb stellen und sich hierbei durch besonders gute Leistungen auszeichnen.“

Auch der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, zeigte sich von der Leistung des Berufsnachwuchses beeindruckt: „Nur die Besten aus ganz Deutschland können zu diesem Bundesleistungswettbewerb antreten. Sie haben einmal mehr gezeigt, dass das deutsche Baugewerbe für die Zukunft gut aufgestellt ist. Diese jungen Leute sind unsere Zukunft. Auf sie können wir bauen.“

Der 61. Bundesleistungswettbewerb wurde unterstützt von Stabila, der SOKA-BAU und der BG BAU. Die Bundesfachschule Estrich und Belag (BFS) hat zudem den Wettbewerb der Estrichleger unterstützt.

Die deutschen Meister in den Berufen Fliesenleger, Maurer, Stuckateur und Zimmerer haben die Chance, im Nationalteam des deutschen Baugewerbes bei der nächsten Berufsweltmeisterschaft der „WorldSkills 2013“ um Gold, Silber und Bronze auf internationaler Ebene zu kämpfen. Diese findet vom 2. bis 7. Juli 2013 in Leipzig statt.