Deutscher Meister der Zimmerer kommt aus Nordrhein-Westfalen

Silber geht nach Baden-Württemberg, Bronze nach Hessen

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 55 Teilnehmer in sieben Bauberufen in Bühl im Komzet Bau Bühl gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchshandwerker Deutschlands. Es war der 63. Wettbewerb dieser Art.

Florian Kaiser (21) aus Kirchhundern in Nordrhein-Westfalen errang die Goldmedaille bei den Zimmerern. Die Silbermedaille ging an den 21jährigen Wanja-Sören Grimm aus Freiburg in Baden-Württemberg. Bronze bekam Kevin Hofacker (19) aus Steinau in Hessen.

Die Zimmerer mussten während des dreitägigen Wettbewerbs ein Pultdach über einem stumpfwinkligen Grundriss mit aufgesetzter Gaube errichten. Die Aufgabenstellung umfasste drei Module mit insgesamt 24 Hölzern.

Der deutsche Meister Florian Kaiser (21) aus Kirchhundern in Nordrhein-Westfalen freute sich riesig über seinen Sieg: „Damit hatte ich nicht gerechnet!“ Er war im letzten Moment fertig geworden und fand die Aufgabe „schon schwer“. Ausbildungsbetrieb von Kaiser war Robert Schauerte in Schmallenberg.

Der Zweitplatzierte Wanja-Sören Grimm meinte nach der Siegerehrung, dass es „noch besser für ihn hätte laufen können“. Er hatte einen Fehler gemacht und war erst einmal froh, dass die Herausforderung des Wettbewerbs vorbei war. Ausbildungsbetrieb von Grimm war Rombach Holzbau GmbH & Co. KG in Kirchzarten.

Der Drittplatzierte Kevin Hofacker (19) aus Steinau in Hessen war „sehr zufrieden“ nach der Siegerehrung. Der Junggeselle, der bei Bernd Hergenröder Holzbau GmbH in Steinau ausgebildet worden war, hatte „nicht mit dem Treppchen“ gerechnet und konnte sich während des Wettbewerbs selbst nicht einschätzen.

„Alle Teilnehmer haben sich engagiert dem Wettbewerb mit Berufskollegen aus ganz Deutschland gestellt und trotz anspruchsvoller Aufgaben in den einzelnen Berufen beeindruckende Leistungen gezeigt. Das bestätigt uns erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe.

„Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. Euro in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter. Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr!“ Erläuterte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, und fügte hinzu: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“ Dass das Baugewerbe als Branche attraktiv sei, zeigen laut Paklappa die aktuellen Zahlen. 10.000 junge Menschen starteten im Herbst 2014 ihre Ausbildung am Bau, ein Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sponsoren der Deutschen Meisterschaft 2014 in den Bauberufen waren die SOKA-BAU, die BG BAU, Messgeräte-Spezialist Stabila und die VHV Versicherung.

Die Leistungspartner von Holzbau Deutschland unterstützten den Zimmerer-Wettbewerb und ermöglichten eine sogenannte Mitmachecke. Unter Anleitung des Zimmerer-Europameisters 2014, Simon Rehm (21) aus dem bayerischen Weinsfeld bei Hilpoltstein, konnten sich die Zuschauer, vor allem Kinder und Schüler, an der Säge versuchen. Holzbau Deutschland wirbt mit solchen Aktionen für den Zimmerer-Beruf.