Deutscher Meister der Stuckateure kommt aus Baden-Württemberg

Silber geht nach Hessen, Bronze nach Rheinland-Pfalz

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 55 Teilnehmer in sieben Bauberufen in Bühl im Komzet Bau Bühl gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchshandwerker Deutschlands. Es war der 63. Wettbewerb dieser Art.

Deutscher Meister der Stuckateure ist der 21jährige Tizian Tüchert aus Kleines Wiesental-Sallneck (Baden-Württemberg). Die Silbermedaille ging an den 26jährigen Andre Balzter aus Eichenzell in Hessen. Bronze errang Pascal Böhm (18) aus Neuwied in Rheinland-Pfalz.

Die Stuckateure erstellten während des zweitägigen Wettbewerbs einen Trockenbau. Es handelte sich um einen Eingangsbereich mit Türöffnung und Segmentbogen. Der Trockenbau musste zusätzlich mit Stuckverzierungen versehen werden. Die Aufgabe war in drei Module aufgeteilt.

Der Bundessieger Tizian Tüchert hatte den Sieg „nicht erwartet“. „Ich war schon froh, Landessieger in Baden-Württemberg geworden zu sein.“ Die Aufgabe fand der Junggeselle, der bei Mattes GmbH Gipser- und Stukkateurbetrieb in Wehr ausgebildet worden war, als „sehr schwer“. „Wir mussten echt Gas geben!“, so seine Worte.

Auch der Silbermedaillenträger Andre Balzter hatte nicht mit seinem Erfolg gerechnet. „Ich hatte am Anfang große Probleme, in die Aufgabe und somit in den Wettbewerb zu finden!“. Umso größer war seine Freude nach der Siegerehrung. Balzter wurde von Witzel GmbH & Co. KG in Eichenzell ausgebildet.

Der Drittplatzierte Pascal Böhm schwärmte nur vom Wettbewerb. „Es ist eine neue Herausforderung. Ich kann nur jedem empfehlen, so eine Chance mitzumachen. Das hat man nicht jeden Tag und man kann nichts verlieren, nur gewinnen!“ Die Franken GmbH aus Bendorf hatte Böhm zum Stuckateur ausgebildet.

„Alle Teilnehmer haben sich engagiert dem Wettbewerb mit Berufskollegen aus ganz Deutschland gestellt und trotz anspruchsvoller Aufgaben in den einzelnen Berufen beeindruckende Leistungen gezeigt. Das bestätigt uns erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe.

„Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. Euro in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter. Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr!“ Erläuterte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, und fügte hinzu: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“ Dass das Baugewerbe als Branche attraktiv sei, zeigen laut Paklappa die aktuellen Zahlen. 10.000 junge Menschen starteten im Herbst 2014 ihre Ausbildung am Bau, ein Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sponsoren der Deutschen Meisterschaft 2014 in den Bauberufen waren die SOKA-BAU, die BG BAU, Messgeräte-Spezialist Stabila und die VHV Versicherung. Schwenk Putztechnik GmbH unterstützte den Stuckateur-Wettbewerb und stellte Material bereit.