Deutscher Meister der Maurer kommt aus Niedersachsen

Silber geht nach Schleswig-Holstein, Bronze nach Sachsen

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 55 Teilnehmer in sieben Bauberufen in Bühl im Komzet Bau Bühl gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchshandwerker Deutschlands. Es war der 63. Wettbewerb dieser Art.

Bei den Maurern ging die Goldmedaille an Florian Voigt (21) aus Langwedel in Niedersachsen. Silber errang der 21jährige Marco Bauschke aus Drelsdorf (Schleswig-Holstein). Bronze ging an Kai Kunath (20) aus Dresden in Sachsen.

Die Maurer mussten während des zweitägigen Wettbewerbs ein Mauerwerk aus Klinkern und Kalksandsteinen erstellen, das vier Module umfasste. In jedes Modul wurden Motive mit verschiedenfarbigen Klinkermauerziegeln eingearbeitet. Dazu gehörten u.a. zwei rote Hände, deren ausgestreckte Finger die Zahl 14 für das Jahr 2014 anzeigten, und das Wappen von Baden. Außerdem wurde ein Pfeilermauerwerk in den Deutschlandfarben erstellt.

Für den Deutschen Meister Florian Voigt war der Wettbewerb eine „schöne Herausforderung“. Voigt freute sich sehr über seinen Sieg, fand aber, dass alle Teilnehmer „super gut“ waren. „So etwas habe ich noch nicht erlebt!“ Voigt war von Dipl.-Ing. Albert Holzkamm Bauunternehmung GmbH + Co. KG in Verden ausgebildet worden.

„Es hat Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend“, so fasste der Zweitplatzierte Marco Bauschke den Wettbewerb für sich zusammen. Er war bei Bahne Petersen Baugesellschaft mbH & Co. KG in Bordelum ausgebildet worden. „Eine tolle Herausforderung! Ich war schon vorher unter den 16 Besten Deutschlands und nun unter den ersten Drei!“

Große Freude zeigte auch Kai Kunath nach der Übergabe der Bronzemedaille. „Es ist überwältigend, was man in zwei Tagen leisten kann! Das gilt für alle Wettbewerbsteilnehmer. Wir haben alle was auf die Beine gestellt.“ Kunath wurde von Schornsteinbau Forker GmbH in Dresden ausgebildet.

Die Medaillenträger bei den Maurern können sich jetzt für die Berufsweltmeisterschaft WorldSkills 2015 in Sao Paulo/Brasilien qualifizieren. Dazu wird es Anfang des Jahres einen gesonderten Ausscheidungswettbewerb geben. Die Weltmeisterschaft selbst ist im August 2015.

„Alle Teilnehmer haben sich engagiert dem Wettbewerb mit Berufskollegen aus ganz Deutschland gestellt und trotz anspruchsvoller Aufgaben in den einzelnen Berufen beeindruckende Leistungen gezeigt. Das bestätigt uns erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe.

„Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. Euro in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter. Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr!“ Erläuterte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, und fügte hinzu: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“ Dass das Baugewerbe als Branche attraktiv sei, zeigen laut Paklappa die aktuellen Zahlen. 10.000 junge Menschen starteten im Herbst 2014 ihre Ausbildung am Bau, ein Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sponsoren der Deutschen Meisterschaft 2014 in den Bauberufen waren die SOKA-BAU, die BG BAU, Messgeräte-Spezialist Stabila und die VHV Versicherungen.

Der Hersteller von Tonbaustoffen Girnghuber GmbH in Marklkofen (GIMA) stellte die Klinker, zum Teil bereits nach Vorgabe geschnitten, für den Maurer-Wettbewerb bereit. Der Bundesverband Kalksandstein Industrie e. V. lieferte die Kalksandsteine für den Wettbewerb und für die sogenannte Mitmachecke der Maurer. Hier konnten die Besucher, vor allem Kinder und Schüler, das Mauern ausprobieren.