Deutscher Meister der Isolierer kommt aus Schleswig-Holstein

Silber geht nach Baden-Württemberg, Bronze nach Niedersachsen

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 55 Teilnehmer in sieben Bauberufen in Bühl im Komzet Bau Bühl gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchshandwerker Deutschlands. Es war der 63. Wettbewerb dieser Art.

Deutscher Meister der Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer ist Kevin Eppinger (23) aus Schenefeld in Schleswig-Holstein. Die Silbermedaille ging an den 21jährigen Dirk Lösch aus Müllheim in Baden-Württemberg. Bronze erkämpfte sich Hannes Böther (20) aus Echem in Niedersachsen.

Die Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer mussten während des zweitägigen Wettbewerbs an einem komplex geformten Rohrgestell vier verschiedene Rohrisolierungen ausführen. Dazu mussten verschiedene Materialien verarbeitet werden. Als besonders schwierig galten die Blechummantelungen.

„Ich wusste nur, dass es sehr knapp war und alle Teilnehmer sehr gute Leistungen gezeigt haben“, so fasste der Deutsche Meister Kevin Eppinger den Wettbewerb zusammen und freute sich über seine Goldmedaille. „Der Wettbewerb ist eine Erfahrung, die man mitnehmen sollte“. Eppinger war von Held Isolier-Technik GmbH in Bönningstedt ausgebildet worden.

Auch der Zweitplatzierte Dirk Lösch berichtete von einem engen Teilnehmerfeld, das sich sogar „gegenseitig geholfen“ hat. Aber Lösch hatte „nicht mit dem Podest gerechnet“. Der Junggeselle war bei der Isotec Isoliermontage GmbH in Badenweiler ausgebildet worden.

„Für mich war es das I-Tüpfelchen auf meine Ausbildung als Isolierer“, so fasste der Bronzemedaillenträger Hannes Böther das Ergebnis der Deutschen Meisterschaft zusammen. Allerdings hat sich der bei Andreas Selle Isolier-Technik aus Betzendorf ausgebildete Niedersachse inzwischen für einen anderen Berufszweig entschieden. Er macht eine weitere Lehre als Zerspanungsmechaniker.

„Alle Teilnehmer haben sich engagiert dem Wettbewerb mit Berufskollegen aus ganz Deutschland gestellt und trotz anspruchsvoller Aufgaben in den einzelnen Berufen beeindruckende Leistungen gezeigt. Das bestätigt uns erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe.

„Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. Euro in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter. Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr!“ Erläuterte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, und fügte hinzu: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“ Dass das Baugewerbe als Branche attraktiv sei, zeigen laut Paklappa die aktuellen Zahlen. 10.000 junge Menschen starteten im Herbst 2014 ihre Ausbildung am Bau, ein Plus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sponsoren der Deutschen Meisterschaft 2014 in den Bauberufen waren die SOKA-BAU, die BG BAU, Messgeräte-Spezialist Stabila und die VHV Versicherung. Der Isolierer-Wettbewerb wurde von Armacell, Isover, Kaimann, Knauf Insulation, Paroc und Rockwool unterstützt.