Bundesleistungswettbewerb 2013: Brunnenbauer

Bundessieger der Brunnenbauer wurde Gian Rudolph (21) aus Celle in Niedersachsen. Der zweite Platz ging an den 24jährigen Christoph Hellstern aus Muggensturm in Baden-Württemberg, Dritter wurde Martin Richter (19) aus dem bayerischen Windelsbach.

Der 62. Bundesleistungswettbewerb in den Bauberufen, der vom 9. bis 11. November 2013 in Biberach stattgefunden hat, ist mit der Vergabe der Gold-, Silber- und Bronzemedaillen beendet worden. Zum 62. Mal wurden die Besten der Besten in sieben Gewerken ausgezeichnet. Die Brunnenbauer haben ihre deutschen Meister in Bad Zwischenahn im Bau-ABC Rostrup ermittelt.

Der Deutsche Meister Gian Rudolph berichtete, dass das Ergebnis für ihn „fast ein Schock“ war. „Damit hatte ich nicht gerechnet! Inzwischen überwiegt natürlich die Freude. Die Aufgabe war kompliziert, aber es war ein absolut positives Erlebnis, sich diesem Wettbewerb zustellen“, so der Deutsche Meister, der bei der Thiele Bohrunternehmen GmbH in Celle ausgebildet wurde.

Auch der Zweitplatzierte Christoph Hellstern meinte, dass man die Meisterschaften „auf jeden Fall mitmachen sollte“. „Ich wollte erst nicht und bin froh, dass ich doch gefahren bin!“ Die Aufgabe sei anspruchsvoll gewesen, aber „ich konnte alles aus der Ausbildung anwenden und das hat mein Wissen für die Praxis vertieft!“ Hellstern wurde von Hettmannsperger Spezialtiefbau GmbH in Karlsruhe ausgebildet und besucht jetzt die Meisterschule.

Für Martin Richter, Gewinner der Bronzemedaille, war der Wettbewerb auch eine gute Erfahrung. Der von Keller & Hahn Brunnenbau GmbH in Insingen ausgebildete Bayer ist mit seinem Abschneiden zufrieden. „Passt, hätte schlechter sein können!“ Er freut sich vor allem über das Stipendium für die weitere berufliche Ausbildung, das Bundessieger bekommen.

Die Brunnenbauer mussten während des eintägigen Wettbewerbs eine Grundwassermessstelle für ein Wasserwerk planen und einwandfrei dokumentieren. Dafür mussten u.a. bereits gewonnene Bodenproben ausgewertet, eine Filterkiesbestimmung durchgeführt, ein Ausbauvorschlag unterbreitet, ein Bohrprofil erstellt und der Lageplan in ein Formular eingefügt werden. Außerdem mussten der Ruhewasserspiegel gelotet und in die Ausbauzeichnung eingetragen werden.

„Heute sind alle Gewinner: Sowohl diejenigen, die sich dem Wettbewerb gestellt haben, als auch diejenigen, die heute Medaillen gewonnen haben. Der deutsche Bau-Nachwuchs ist bestens ausgebildet und für die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.“ Erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe.

„Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Insgesamt investiert die Branche ca. 600 Mio. Euro in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter. Um dieses System werden wir weltweit beneidet. Und dennoch ist es in Gefahr!“ Erläuterte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, und fügte hinzu: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“

Sponsoren des 62. Bundesleistungswettbewerb waren folgende Unternehmen und Institutionen: BG BAU, Stabila und SOKA-BAU.