Baugewerbe kritisiert Deutsche Bahn: Unverhältnismäßige Auflagen und Aktionismus gefährden den mittelständischen Bahnbau

Die Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft haben sich mit einem gemeinsamen Positionspapier an das Bundesverkehrsministerium und damit an den Eigentümer der DB AG gewandt, um umverhältnismäßige Härten bei der Nachrüstung von Baumaschinen mit Diesel-Partikelfiltern auf innerstädtischen Baustellen der DB Projektbau GmbH und damit einen Alleingang der Deutschen Bahn zu verhindern.

Anlässlich der Übergabe des Positionspapiers äußerte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, sein Unverständnis über die Pläne. „Die Umweltbelastung, die aus den auf Bahnbaustellen im innerstädtischen Bereich eingesetzten Baumaschinen resultiert, ist kaum messbar und liegt bei ungefähr einem halben Prozent. Der Aufwand der Unternehmen, die nun Rußpartikelfilter, die bei einfachen Baugeräten bis zu 15.000 Euro und bei Gleisbau-Großgeräten bis zu 120.000 Euro kosten, einbauen müssen, steht in keinem Verhältnis dazu.“

Nach den Vorstellungen der Deutschen Bahn sollen in einem Anfang 2014 in Kraft tretenden Stufenplan bis 2019 auf innerstädtischen Baustellen nur noch Baumaschinen mit einem Dieselruß-Partikelfiltersystem eingesetzt werden können. „Viele Bahnbau-Spezialgeräte bedürfen darüber hinaus der Zulassung des Eisenbahnbundesamtes, so dass außerordentlich zeitaufwändige und teure Zulassungen sowie Abnahmen notwendig werden“ erläuterte Pakleppa die Problematik.

Der ZDB-Hauptgeschäftsführer äußerte sein Unverständnis, dass die DB-Projektbau GmbH alle Argumente der Bauwirtschaft und der Baumaschinenhersteller ignoriert und sich einseitig Forderungen der Deutschen Umwelthilfe nach einer maximal möglichen Minimierung von Dieselruß-Emissionen gebeugt hat. Dabei vergisst die Deutsche Bahn, dass viele Baumaschinen nach der Nachrüstung von Partikelfiltern einen signifikant höheren Kraftstoffverbrauch und somit größere C02- und Stickoxyd-Emissionen aufweisen.

„Wir treten für einen ganzheitlichen und tatsächlich nachhaltigen Umweltschutz ein“, so Pakleppa, „der eine ausgewogene Abwägung aller Schutzziele wie Gesundheitsschutz, Klimaschutz und Ressourcenschonung beinhalten muss. Wir fordern die DB AG auf, auf fragwürdigen Aktionismus zu verzichten. Insbesondere unsere mittelständischen Unternehmen brauchen langfristige Investitionssicherheit und keine kurzfristige Effekthascherei.“ So Pakleppa abschließend.