Der Deutsche Meister der Maurer kommt aus NRW

Silber geht nach Brandenburg, Bronze nach Niedersachsen

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 63 Teilnehmer in acht Bauberufen in den Bildungszentren des Baugewerbes e.V. (BZB) in Krefeld gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchs-Bauhandwerker Deutschlands. Es war der 64. Wettbewerb dieser Art. Zugelassen sind Kammer- und Landessieger in den jeweiligen Berufen.

Bei den Maurern ging die Goldmedaille an Simon Dammer aus Kempen. Silber errang Mario Mittelstädt aus dem brandenburgischen Rangsdorf, während Jannes Wulfes aus Harsum die Bronzemedaille überreicht wurde.

Der 22 jährige Simon Dammer (Ausbildungsbetrieb Richard Thamm, Grefrath) hatte erst am 08.10.2015 den Landeswettbewerb NRW gewonnen und sich dadurch für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Simon Dammer, der auch im BZB Krefeld ausgebildet wurde, ist eher ein ruhiger und gelassener Typ. „Aber als der Wettbewerb los ging und ich beim ersten Modul gleich 2 mal meine Wand abreißen musste, da wurde ich nervös. Ich stand 2 Tage unter Vollstrom“, so der Deutsche Meister. „Zum Glück konnte ich bei den letzten 2 Modulen noch mal so richtig zeigen, was ich kann. Und am Ende hat es dann für den Titel gereicht.“

Seit Anfang Oktober studiert Dammer an der FH Aachen Bauingenieurwesen. Durch seinen Sieg bei der Meisterschaft hat er sich für das Nationalteam der Maurer qualifiziert. Sein nächstes Ziel: EuroSkills 2016 in Göteborg. „Da möchte ich unbedingt dabei sein und werde wieder alles geben.

In jedem der acht Wettbewerbsberufe mussten während der ein- bis dreitägigen Wettbewerbe praktische Arbeiten ausgeführt werden, die für den Beruf typisch sind. Dabei kam es auf handwerkliches Geschick an. Gefragt waren Maß- und Passgenauigkeit, aber auch Nervenstärke. Die Maurer erstellten während des zweitägigen Wettbewerbs mehrere Wände, die Logos und Schriftzüge enthalten. Das erste Modul war das Wappen von Nordrhein-Westfalen, das aus Klinkermauerziegel in diversen Farbgebungen auf unterschiedlichen Mauerwerksebenen stilisiert wurde. Beim zweiten Modul wurde die Jahreszahl 2015 perspektivisch und zweifarbig sowie in den Farben der Stadt Krefeld in eine Wandscheibe eingearbeitet. Auch hier waren unterschiedliche Mauerwerksebenen vorgesehen, die Mauer wurde als Sichtmauerwerk aus Klinkermauerziegeln erstellt. Das dritte Modul war die Herstellung eines Verbindungsbogens zwischen den ersten beiden Modulen. Der Bogen wurde in den Farben der Stadt Krefeld, Gelb und Anthrazit, als Sichtmauerwerk erstellt.

Die Medaillenträger bei den Maurern haben ebenso wie die Zimmerer und Holzbauer, Fliesenleger und Stuckateure die Chance, sich für die Berufseuropameisterschaft EuroSkills 2016 in Göteburg/Schweden im Dezember des kommenden Jahres zu qualifizieren und somit in das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes aufgenommen zu werden.

„Wir haben insgesamt großartige Leistungen bei diesen Deutschen Meisterschaften gesehen. Das zeigt erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe. „Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Dieses System, um das wir weltweit beneidet werden, gilt es zu bewahren – im Interesse des Berufsnachwuchses wie des Verbraucherschutzes. Qualität am Bau kommt von Qualifizierung durch die beruflichen Aus- und Weiterbildung im Baugewerbe!“ Der Bildungsexperte umschrieb die Meisterschaften so: „Das ist DSDS für richtig arbeitende Menschen, die sich damit super Karrierechancen eröffnen. Sie haben alle höchste Professionalität und zugleich Herzblut bewiesen.“

Die Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen wurden von der SOKA-BAU, der BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) und dem Messgeräte-Spezialisten Stabila unterstützt. Der Maurer-Wettbewerb wurde unterstützt durch Girnghuber GmbH in Marklkofen (GIMA), die die Klinker bereitstellten. Der Bundesverband Kalksandstein Industrie e. V. lieferte die Kalksandsteine.