Der Deutsche Meister der Straßenbauer kommt aus Niedersachsen

Silber geht nach NRW, Bronze nach Rheinland-Pfalz

Um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen haben bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen 63 Teilnehmer in acht Bauberufen in den Bildungszentren des Baugewerbes e.V. (BZB) in Krefeld gekämpft. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ermittelt mit dem Bundesleistungswettbewerb traditionell die besten Nachwuchs-Bauhandwerker Deutschlands. Es war der 64. Wettbewerb dieser Art. Zugelassen sind Kammer- und Landessieger in den jeweiligen Berufen.

Bei den Straßenbauern ging die Goldmedaille an Florian von Fintel aus Neuenkirchen in Niedersachsen. Silber errang Markus Schildgen aus Mechernich, während Andreas Mersinger aus Esthal die Bronzemedaille überreicht wurde.

Für den 20 jährigen Sieger Florian von Fintel (Ausbildungsbetrieb Eimer-Bau GmbH, Visselhövede) war es eine aufregende Erfahrung, an so einem Wettbewerb teilzunehmen. „Ich freue mich, mein Bundesland als bester Straßenbauer Niedersachsens bei den Deutschen Meisterschaften zu vertreten“ – so von Fintel kurz vor dem Wettbewerb. Ob er nervös sei? „Meine Nervosität hielt sich in Grenzen. Aber zu sehen, wie gut die Konkurrenz ist, hat meinen Ehrgeiz noch mehr geweckt.“ Wie hoch das Qualitätsniveau war, zeigt auch das Endergebnis. Denn die ersten Drei trennten jeweils nur ein Wertungspunkt.

Von Fintel hat sich dieses Jahr für die Meisterschule angemeldet. Er wartet jetzt nur noch auf die schriftliche Zusage für ein Stipendium. Bis dahin arbeitet er mit hohem Engagement im elterlichen Betrieb um weiterhin Praxiserfahrung zu sammeln.

In jedem der acht Wettbewerbsberufe mussten während der ein- bis dreitägigen Wettbewerbe praktische Arbeiten ausgeführt werden, die für den Beruf typisch sind. Dabei kam es auf handwerkliches Geschick an. Gefragt waren Maß- und Passgenauigkeit, aber auch Nervenstärke. Die Straßenbauer erstellten während des eintägigen Wettbewerbs eine kunstvolle Einfassung einer Pflanzfläche in einer Fußgängerzone nach architektonischem Entwurf. An die Tiefbordsteine waren die Gehwegplatten mit 1 cm Höhendifferenz anzulegen. Passschnitte waren durchzuführen. Das Natursteinkleinpflaster war in gleichmäßigen Reihen hammerfest höhengleich mit der Plattenoberfläche herzustellen. Das galt auch für das Mosaikpflaster, das in die vorhandenen Flächen ebenfalls höhengleich und zwischen den Tiefbordsteinen ohne Auftritt zu versetzen war.

„Wir haben insgesamt großartige Leistungen bei diesen Deutschen Meisterschaften gesehen. Das zeigt erneut, dass unsere Ausbildung im Baugewerbe qualitativ hochwertig ist und wir als Branche für die Zukunft gerüstet sind“, erklärte Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe. „Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, das am Bau noch durch die Unterweisung in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt wird. Dieses System, um das wir weltweit beneidet werden, gilt es zu bewahren – im Interesse des Berufsnachwuchses wie des Verbraucherschutzes. Qualität am Bau kommt von Qualifizierung durch die beruflichen Aus- und Weiterbildung im Baugewerbe!“ Der Bildungsexperte umschrieb die Meisterschaften so: „Das ist DSDS für richtig arbeitende Menschen, die sich damit super Karrierechancen eröffnen. Sie haben alle höchste Professionalität und zugleich Herzblut bewiesen.“

Die Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen wurden von der SOKA-BAU, der BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) und dem Messgeräte-Spezialisten Stabila unterstützt.