Baugewerbe: Zertifizierungs-Wahnsinn im Umweltministerium zu Lasten der Betriebe verteuert das Bauen!

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe: "Was jetzt mit der sogenannten Chain of Custody geplant ist, übersteigt jegliches Maß."

„Es ist zwar richtig und wichtig, Nachhaltigkeitskriterien auch in der Bauwirtschaft zu berücksichtigen. Das machen unsere Betriebe schon lange. Immerhin findet die Kreislaufwirtschaft am Bau in großem Maße statt. Was aber jetzt mit der sogenannten Chain of Custody geplant ist, übersteigt jegliches Maß,“ empörte sich der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa.

Zum Hintergrund:

Zimmereibetriebe und Holzbauunternehmen sind verpflichtet, nur zertifiziertes Holz zu verwenden (und dieses nachzuweisen), wenn sie Aufträge des Bundes übernehmen wollen. Dagegen ist im Interesse des nachhaltigen Bauens nichts einzuwenden.
Nun aber setzt das Bundesumwelt(- und Bau) Ministerium einen darauf: Nun müssen auch alle Unternehmen selber zertifiziert sein, die Holz einbauen. Dazu zählen aber nicht nur Zimmereibetriebe, sondern auch Betriebe im Schlüsselfertigbau, Trockenbau und viele andere mehr.

Und nicht nur das: Der Erlass des Umweltministeriums tritt bereits zum 1. Juli 2016 in Kraft. Einige Bundesländer haben die Übernahme bereits angekündigt, so dass die Regelung dann flächendeckend bei öffentlichen Aufträgen gilt.

„Leider ist es so, dass es bis jetzt überhaupt keine Zertifizierungsmöglichkeit gibt. Diese muss erst aufgebaut werden. Schließlich geht es um rund 50.000 Betriebe, die von dieser Neuregelung betroffen sind,“ erklärte Pakleppa. Pakleppa weiter: „Wir fordern die Bundesumwelt- und Bauministerin auf, den Erlass zurückzunehmen. Unseres Erachtens reicht es völlig aus, wenn nachgewiesen wird, dass ausschließlich Holz aus nachhaltiger Produktion verwendet wird. Tut sie das nicht, zwingt sie die Branche dazu, weiter Bürokratie im Sinne eines Zertifizierungssystems aufzubauen, was zwangsläufig die Baukosten erhöhen wird. Angesichts der zu bewältigenden Bauaufgaben besonders im Wohnungsbau ist dieses Verhalten kontraproduktiv.“