Konrad-Zuse-Medaille an Lorenz Hanewinkel verliehen.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ehrt in diesem Jahr Lorenz Hanewinkel mit der Konrad-Zuse-Medaille für seine Verdienste um den Bau der Rechenanlage Z 22. Diese Anlage war maßgeblich für den nachfolgend breiten Einsatz von Rechenanlagen im Bauwesen.

Die Zuse Z22-Rechenmaschine ist der erste in Serie gebaute Rechner mit Vakuumröhren in der Bundesrepublik Deutschland und damit die wichtigste Rechenmaschine, die nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1955 für Hochschulen, Universitäten und wissenschaftliche Institute konstruiert wurde. Die erste Z22-Rechenmaschine wurde im Februar 1958 an die TU-Berlin ausgeliefert.

Lorenz Hanewinkel gilt als der technische Konstrukteur der Röhrenrechenmaschine Z22 der Zuse KG. Als junger Physiker, gerade einmal 24 Jahre alt, bewarb er sich 1955 bei der Zuse KG in Neukirchen, Kreis Hünfeld. Seine Aufgabe war es, eine Rechenmaschine basierend auf Elektronenröhren (Vakuumröhren) zu entwerfen, zu bauen und zur Serienreife zu führen. Das war eine echte Herausforderung für den jungen Physiker von der RWTH Aachen.

„Nach zwei Jahren war die Maschine Z22 vollendet, und es eröffneten sich mit diesen Computern neue Gestaltungsmöglichkeiten für Wissenschaftler und Techniker, Architekten und Bauingenieure in Deutschland!“ So der Sohn Konrad Zuses, Prof. Dr. Horst Zuse, in seiner Laudatio zur Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille.

Mit der Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille für Informatik im Bauwesen ehrt der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Persönlichkeiten für herausragende und zukunftsträchtige Leistungen in der Informatik im Bauwesen. Damit wird auch das Wissen um die Verdienste Konrad Zuses wach gehalten.

In der langjährigen Geschichte der Konrad-Zuse-Medaille – die erste wurde im Jahr 1981 an Konrad Zuse selbst verliehen - wurden bisher 25 Persönlichkeiten durch das Deutsche Baugewerbe wie auch durch die Gesellschaft für Informatik ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehören u.a. Heinz Nixdorf, Paderborn, Dr.-Ing. Leonard Obermeyer, München und Prof. Georg Nemetschek, München.

Im vergangenen Jahr erhielt Prof. Dr. Ernst Rank von der Technischen Universität München die Konrad-Zuse-Medaille. Prof. Rank hat mit seinen Forschungsarbeiten zur Verknüpfung von virtuellen Modellen und Methoden und deren Simulation am Computer wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen, dass weitere Rationalisierungspotenziale im Bauprozess erschlossen werden können.