Zum Hauptinhalt springen

Position des ZDB

EnergieeffizienzGebäudesanierungWärmedämmungKlimaschutzKlimawandelEnergiewende

Zukunftsthema Nachhaltigkeit

Wie wir heute bauen, so werden wir morgen leben.

Nachhaltigkeit ist längst in seinen vielfältigen Facetten in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Sie wird nicht mehr als eine von vielen Optionen gesehen, sondern stellt als ganzheitliches Prinzip eines der wichtigsten Leitbilder für die Zukunft unserer modernen Gesellschaft dar. Aktuelle Herausforderungen wie der demographischen Wandel, die Digitalisierung unserer Gesellschaft, die Urbanisierung oder die Folgen des Klimawandels durch Treibhausgasemissionen beeinflussen in zunehmendem Maße die gebaute Umwelt. Die Nachfrage nach Gebäuden und Infrastrukturen, die diese Entwicklungen vorausschauend berücksichtigen, steigt.

Nachhaltiges Bauen ist keineswegs eine Neuerfindung des letzten Jahrzehnts. Aufgrund der hohen technischen Anforderungen und der zunehmenden Regelungsdichte in einer Vielzahl, teilweise überlappender Rechtsbereiche werden in Deutschland bereits standardmäßig Einzelaspekten des nachhaltigen Bauens berücksichtigt. So zielen z.B. Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden, wie Dämmung oder der Austausch alter Heizsysteme auf die Minimierung des Energiebedarfs ab. Dadurch können nebenbei auch Folgekosten in der Nutzungsphase eingespart werden.

Nachhaltige Baukonzepte werden vor allem bei großen Bauvorhaben immer wichtiger, sowohl im öffentlichen Bau als auch vermehrt für private Auftraggeber. Für größere Bauvorhaben des Bundes ist eine Bewertung der Nachhaltigkeit einer Baumaßnahme seit 2011 verbindlich vorgegeben. Dafür wurde das Bewertungssystem nachhaltiges Bauen (BNB) entwickelt. Allen anderen Bauherren steht es frei, sich ebenfalls nach einem anerkannten System zertifizieren zu lassen. Grundsätzlich gilt, dass die Bedeutung von Zertifikaten und Nachweisen innerhalb der Diskussion um klimagerechtes Bauen zukünftig wachsen wird.

Sowohl in der nationalen als auch europäischen Umweltpolitik werden derzeit die ordnungspolitischen Instrumente verbindlicher auf die Aspekte des Ressourcenschutzes, der Kreislaufwirtschaft und des Klimaschutzes ausgerichtet. So ergeben sich z.B. aus dem überarbeiteten Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), dem Regierungsprogramm für Ressourceneffizienz (ProgRess) oder dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) auch neue Anforderungen für die Bauwirtschaft. Auch mit der Umsetzung des Green Deal der EU Kommission oder der Überarbeitung der Europäischen Bauproduktenverordnung werden verbindliche Tatsachen für mehr Nachhaltigkeit im Bau geschaffen. Der Ausblick auf neue rechtliche Rahmenbedingungen triggert verstärkt die Nachfrage bei den öffentlichen und privaten Auftraggebern nach entsprechender Expertise.

Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht, die Aufmerksamkeit einseitig auf die ökologischen Aspekte zu lenken. Vielmehr werden die ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte gleichermaßen berücksichtigt. Die Einzelkriterien der Nachhaltigkeit werden über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von der Planung, der Baustoffförderung und -herstellung, den Bau, der Nutzung, der Modernisierung und dem Rückbau betrachtet und bewertet.

Ökologisch vorteilhaft ist zum Beispiel, wenn durch den Wechsel der Stromversorgung aus konventioneller zu erneuerbarer Energie oder dem Einsatz von Recyclingbaustoffen statt Primärbaustoffen CO2-Emissionen eingespart werden können.

Wohnen muss trotz möglicherweise höherer Investitionskosten in Planungs- und Bauphase bezahlbar bleiben. So bewerten die ökonomischen Kriterien die Kosten über den gesamten Lebenszyklus und berücksichtigen langfristige finanzielle Einsparungen. Energiekosten in der Nutzungsphase lassen sich zum Beispiel durch geeignete Wärmedämmung einsparen. Bei der sozialen Komponente steht die Wirkung des Gebäudes auf den Menschen, das heißt seine Gesundheit und sein Wohlbefinden aber auch die erforderliche Funktionalität im Mittelpunkt. So werden z.B. in Zeiten des demographischen Wandels hohe Anforderungen an die Barrierefreiheit des Wohnraums und der umgebenden Infrastruktur gestellt. Auch die Möglichkeit der flexiblen Umnutzung und Wohnraumgestaltung haben einen Einfluss auf das positive Empfinden.

Baugewerbe setzt Nachhaltigkeit im Bau um

Für Bauherren selbst zahlt sich eine nachhaltige Bauweise langfristig vor allem in der Nutzungsphase aus und sichert den Wert der Immobilie über einen langen Zeitraum. Für die gesamte Baubranche bietet sich ein großes Potential das Leben und Wohnen in zukunftsorientierten Gebäuden und Städten aktiv mitzugestalten. Nachhaltiges Bauen funktioniert aber nur gemeinsam mit den bauausführenden Unternehmen. Das Baugewerbe übernimmt mit seinem technischen Spezialwissen und seiner Kompetenz in Sachen Hoch-, Tief und Ausbau, im Verkehrswegebau aber auch in den Spezialthemen, wie der energetischen Gebäudesanierung eine Schlüsselfunktion. Der Bauherr benötigt für die Umsetzung seiner anspruchsvollen Pläne in die Praxis ein perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel der Gewerke. Das Baugewerbe orientiert sich an den gesetzten Normen und Vorschriften für Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit der Gebäude und für Energieeffizienz in der Nutzungsphase sowie den sorgsamen und effizienten Einsatz der benötigten Baustoffe.

Der Planung kommt bei dem gesetzten Ziel, nachhaltig zu bauen eine Schlüsselrolle zu. Hier wird der finanzielle und organisatorische und technische Handlungsrahmen gesteckt, in dem das Baugewerbe seinen Auftrag ausführen kann. Die Entscheidung über die Wahl der Bauweise und somit auch der Baustoffe fällt ebenfalls vor der eigentlichen Bauphase. Der Bauherr kann sich bewusst für Recyclingbaustoffen und gegen den Abbau von Primärbaustoffen entscheiden, wenn diese gleichwertig zur Verfügung stehen. Aspekte, z.B. wie das Gebäude modernisiert oder nach Lebensende zurück gebaut werden kann, sollten ebenfalls schon in der Planungsphase mitgedacht werden. Ziel muss sein, die verbauten Rohstofflager durch eine recyclinggerechte Konstruktion in der Zukunft wieder nutzbar zu machen. Mineralische Abfälle können dann erneut als wertvolle Ressource im Bau verwendet, anstatt unnötig auf Deponien beseitigt zu werden.

Langfristigen Wettbewerbsvorteil sichern

Für das Baugewerbe bietet die steigende Nachfrage nach nachhaltigem Bauen eine attraktive Chance, neue Geschäftsmodelle und Vermarktungsstrategien zu entwickeln, um somit den Zukunftsmarkt weiter für sich zu erschließen. Mit einer hochwertigen Ausbildung und an die Zukunftsthemen angepasste Qualifikation der Fachkräfte und kann das Wissen um die praktischen Aspekte der Nachhaltigkeit im Bau vorangetrieben werden. Mit seiner Teilnahme am Europäischen Programm „Skills Blueprint for the Construction Industry“, unterstützt der ZDB die Förderung einer an die Anforderungen von morgen angepassten Qualifizierung der Nachwuchsfachkräfte.

Die Erkenntnis, dass natürliche Ressourcen für den Bau regional aber auch überregional endlich zur Verfügung stehen und viele Baustoffe bereits langjährig in Gebäuden und Infrastruktur gebunden sind, erfordern ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit den im Wirtschaftskreislauf befindlichen Ressourcen.

Verwandte Positionen

Diesel-Fahrverbote

Zur Verbesserung der Luftqualität wurden bereits in mehreren Städten gerichtlich Verkehrsverbote für Dieselfahrzeuge angeordnet. Über 90 Prozent der Fahrzeuge in der Bauwirtschaft werden mit Diesel angetrieben – die…

Energieeffizient modernisieren!

Wie sinnvoll energetische Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebestand sind, wird z. T. in Frage gestellt. Dass sich der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser durch Verbesserung der Energieeffizienz einsparen lässt,…

Geben Sie unsere Position weiter!

Teilen Sie unseren Standpunkt in Sozialen Netzwerken oder in Ihrem direkten Umfeld.

Zukunftsthema Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist längst in seinen vielfältigen Facetten in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Sie wird nicht mehr als eine von vielen Optionen gesehen, sondern stellt als ganzheitliches Prinzip eines der wichtigsten Leitbilder für die Zukunft unserer modernen Gesellschaft dar. Die Nachfrage nach Gebäuden und Infrastrukturen, die diese Entwicklungen vorausschauend berücksichtigen, steigt.