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Position des ZDB

Fit for 55

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2019 mit der Vorstellung des „Green Deal“ einen fundamentalen Wandel der EU angestoßen, dessen Ziel ein klimaneutrales Europa bis 2050 ist. Gemäß dem 2021 in Kraft getretenen Klimagesetz sollen als Zwischenziel bis 2030 die Emissionen um mindestens 55% im Vergleich zu 1990 reduziert werden.

Dies erfordert eine umfassende Anpassung des bisher gültigen EU-Rechtsrahmens, insbesondere im Energiebereich. Im Rahmen des sog. „Fit-für-55“-Paketshat die EU-Kommission Neufassungen bzw. Überarbeitungen an zahlreichen Rechtstexten vorgeschlagen, darunter die Richtlinien für Erneuerbare Energien (RED), Energieeffizienz (EED) und Gesamtenergieeffizienz in Gebäuden (EPBD). Der Gesamtenergieeffizienz in Gebäuden kommt eine herausragende Bedeutung zu, denn mehr als ein Drittel der EU-weiten Treibhausgase entfallen auf den Gebäudebereich.

Das Erreichen der Klimaziele ist also in besonderem Maße von der Dekarbonisierung des Bestands sowie von Neubauten abhängig. Für die Bauwirtschaft gilt dabei: Wir sind zentraler Akteur des Wandels, unsere Kompetenz ist bei der konkreten Umsetzung von Klimaschutz und Energieeffizienz unerlässlich. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass die Potenziale der baurelevanten Marktakteure – vom Eigentümer bis zum Handwerker – gehoben werden, aber:

  1. Zu hohe Anforderungen bei Neubauten gefährden das Investitionsklima.
  2. Mindestanforderungen im Bestand müssen verstärkt durch Anreize ersetzt werden.
  3. Energieausweise müssen praxisgerecht ausgestaltet und anlassbezogen ausgestellt werden.
  4. Der Zugang zu Daten muss für den unabhängigen Handwerker sichergestellt werden.
  5. Energieausweise müssen von qualifizierten Beratern des Handwerks ausgestellt werden können.
  6. Der Lebenszyklusansatz muss handhabbar sein.
  7. Die Planungssicherheit für Unternehmen muss gewährleistet bleiben und technische Regelungen sollten sich nicht in delegierten Rechtsakten verlieren.
  8. Den Mitgliedstaaten sollte mehr Spielraum bei der Regelungstiefe gegeben werden.

Fazit

Die Bauwirtschaft sieht sich als Umsetzer von Sanierungs- und Neubauvorhaben naturgemäß als zentraler Mitgestalter der Energiewende im Gebäudebereich. Hohe ökologische bzw. energetisch Ziele bergen jedoch die Gefahr einerseits neuer hemmender Bürokratie und andererseits ausufernder Kosten. Dies wiederum steht der sozialen Zieldimension – Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – und der möglichst schnellen Umsetzung von Effizienzmaßnahmen entgegen. Geeignete Förderinstrumente sind zu erhalten und weiter auszugestalten, damit die unweigerlich höheren Kosten für energieeffizientes Bauen abgefedert werden und es am Ende nicht zu rückläufiger Nachfrage nach Sanierungs- und Effizienzmaßnahmen kommt.

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Fit for 55!

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2019 mit der Vorstellung des „Green Deal“ einen fundamentalen Wandel der EU angestoßen, dessen Ziel ein klimaneutrales Europa bis 2050 ist. Als Zwischenziel sollen bis 2030 die Emissionen um mindestens 55% im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Dies erfordert eine umfassende Anpassung des bisher gültigen EU-Rechtsrahmens, insbesondere im Energiebereich.