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Konjunkturprognose 2021

Bauunternehmen schauen verhalten positiv nach vorne. Null-Wachstum für 2021 erwartet.

Die Bauwirtschaft hat dem pandemiebedingten Abschwung der Konjunkturentwicklung in Deutschland in 2020 entgegengewirkt. Für 2021 erwartet der ZDB einen Umsatz im Bauhauptgewerbe auf dem Niveau des Jahres 2020 bei ca. 140 Mrd. Euro.

Wohnungsbau

Der Wohnungsbau zeigt eine von Corona nahezu unbeeindruckte Entwicklung. Das Baugenehmigungsverlangen ist stabil hoch. Per November sind für mehr als 333.000 Wohneinheiten (WE) Baugenehmigungen erteilt worden, und damit für gut 14.000 WE mehr als im Vorjahr (+ 4,0%). Die Order zeigten nur im April und Mai ein „Corona-Zittern“. Seither zeigt sich die Nachfrage stabil hoch. Insgesamt kann für 2020 ein Umsatzwachstum im Wohnungsbau von ca. 10,5 % auf 54,3 Mrd. Euro. Insgesamt wurden etwa 300.000 WE fertiggestellt.

Stabilisierend auf die Nachfrage haben sich die nach dem Wohnungsgipfel umgesetzten Maßnahmen zu Sonderabschreibungen im Mietwohnungsbau sowie zum Baukindergeld ausgewirkt. Für beide Maßnahmen erachtet der Verband eine Fortführung, statt ihre Befristungen, für sinnvoll.

Die Perspektive für das Jahr 2021 bleibt insgesamt aufwärtsgerichtet. Dafür spricht die anhaltend hohe Nachfrage bei einem ohnehin hohen Genehmigungsüberhang. Die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig, sodass weiter mit einer nachhaltigen Nachfrage zu rechnen ist.

Auch in 2021 werden wieder ca. 300.000 WE neu errichtet. Die Umsatzentwicklung wird sich im Maß der Preisentwicklung für Wohnbauarbeiten von ca. 3 % auf 55,9 Mrd. Euro entwickeln.

Wirtschaftsbau

Im Wirtschaftsbau haben sich die Corona-Auswirkungen deutlich niedergeschlagen. Dabei fällt die Investitionsneigung bei den einzelnen Gebäudetypen im Wirtschaftsbau sehr unterschiedlich aus.

„Profitiert“ haben die Lagergebäude. Der verstärkte Online-Handel braucht zusätzliche Lagerflächen. Dagegen haben parallel zum Lockdown die Baugenehmigungen für Handelsgebäude in den Monaten März bis Mai deutlich nachgegeben.

Bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden zeigt sich ein verzögerter Corona-Effekt. Mutmaßlich zeichnet sich hier die breite Umstellung auf Homeoffice bei Büroarbeiten in vielen Dienstleistungsbereichen ab. Dies könnte den Bedarf an Büroflächen nachhaltig tangieren. Deutlich, verlor auch die Investitionsbereitschaft in Fabrik- und Werkstattgebäude im zweiten Halbjahr 2020.

Im Wirtschaftsbau kann für 2020 insgesamt noch einen Umsatz leicht oberhalb Vorjahresniveau bei ca. 49,8 Mrd. Euro; (+1,2 %) verzeichnet werden. Bremsend wirkt hierbei die Entwicklung im Wirtschaftshochbau. Stabilisierend wirkt demgegenüber der Tiefbau. Hier schlagen sich insbesondere die gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhten Investitionsbudgets der Deutschen Bahn nieder.

In 2021 wird im Wirtschaftsbau mit einem Umsatz von bei 48,8 Mrd. Euro gerechnet. Das ist ein Rückgang um 1 Mrd. Euro (ca. -2%).

Öffentlicher Bau

Öffentlicher Bau

Die öffentliche Hand ist angesichts der Herausforderungen aus der Corona-Krise besonders gefordert, ihre Bauherrenfunktion aktiv wahrzunehmen. Der kommunale Investitionsstau in Schulen, Kitas und kommunale Straßen steht seit Jahren bei fast 100 Mrd. Euro fest. Die Infrastruktur des Bundes in Straße, Schiene und Wasserstraße braucht dringend den eingeleiteten Investitionshochlauf.

Es ist zu begrüßen, dass der Bund gemeinsam mit den Ländern die coronabedingten Einnahmeausfälle der Kommunen des Jahres 2020 in Höhe von ca. 12 Mrd. Euro ausgleicht. Das sollte den Kommunen helfen, ihre Investitionen wie geplant umzusetzen. Wichtig ist nun, dass die Mittel zügig bei den Kommunen ankommen.

Der Transformationsprozess der Auftragsverwaltung bei den Autobahnen von den Ländern zum Bund, muss gelingen. Bund und Länder sind hier gemeinsam in der Verantwortung, die vorgesehenen Investitionsmittel auch auf die Straße zu bringen.

Im Übergangsprozess der Auftragsverwaltung darf es keinen Abbruch bei der Projektvorbereitung und Umsetzung geben. Die Bauunternehmen haben im Vertrauen auf die planmäßige Umsetzung des Investitionshochlaufes ihre Kapazitäten ausgebaut.

Richtig ist, dass die aktuelle Haushaltsplanung an dem Investitionshochlauf bei der Infrastruktur festhält und für die nächsten Jahre das Niveau von 18 Mrd. Euro fortschreibt. Das muss aber auch in Projekten umgesetzt werden. Investitionshochlauf auf der einen Seite und weniger Aufträge auf der anderen Seite - das passt nicht zusammen.

Für 2020 konnte im öffentlichen Bau ein Umsatz von 38,9 Mrd. Euro verzeichnet werden. Das ist ein Plus von 6,2 %, das sich allerdings 2021 in ein Minus von 1,5 % umkehren wird. Das Umsatzvolumen in dieser Sparte wird in 2021 voraussichtlich 38,3 Mrd. Euro erreichen.

Kapazitäten und Beschäftigung

Die Bereitschaft, wieder mehr Lehrlinge einzustellen, kennzeichnet die Lage ebenso, wie der fortdauernde Beschäftigungszuwachs der letzten Jahre; - auch im „Corona-Jahr“ 2020. Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe lag im Jahr 2010 bei gut 715.000. Im Jahr 2020 waren es jahresdurchschnittlich etwa 893.000 Beschäftigte, eine Steigerung um fast ein Viertel gegenüber dem Beginn des Jahrzehnts.

Der Beschäftigungsaufbau wird in 2021 fortgesetzt, bei etwas verminderter Dynamik, auf fast 900.000 Beschäftigte). Gesucht wird sowohl gewerbliches Personal als auch Angestellte. Die Digitalisierung der Branche erfordert entsprechende Fachkompetenz. Ausbildung und Studium werden zunehmend darauf abgestellt.

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Konjunkturprognose 2021

Insgesamt rechnen wir in 2020 mit einem Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 5,5 % auf 145 Mrd. Euro.