Holzbau- und Dachbaubranche fordern stärkere finanzielle Anreize für Modernisierungsmaßnahmen
Bereits zum dritten Mal veranstalten der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und der Bund Deutscher Zimmermeister (BDZ) am 8. und 9. Mai 2009 gemeinsam ihren Bundeskongress. In diesem Jahr findet die jährliche Zusammenkunft in Weimar statt.
Gut 400 Dachdecker und Zimmerer aus ganz Deutschland sind der Einladung gefolgt und informierten sich in Weimar schwerpunktmäßig über Unternehmenskultur. Darüber hinaus gibt es auch Vorträge zur Fachtechnik des Dachdeckerhandwerks und der Holzbaubranche. An der Eröffnungsveranstaltung nimmt der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie, Prof. Dr. Christian C. Juckenack, teil.
Im Vorfeld des Bundeskongresses nehmen die Spitzen beider Verbände im Rahmen einer Pressekonferenz Stellung zur aktuellen Entwicklungen im Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk auch vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftslage und der anstehenden Bundestagswahl.
Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Zimmermeister, Ullrich Huth, fordert stärkere finanzielle Anreize für private Haus- und Wohnungsbesitzer, damit diese Modernisierungsmaßnahmen durchführen. „Die Abwrackprämie zeigt, mit welchen geringen Mitteln Kaufentscheidungen für neuere, umweltfreundliche Fahrzeuge erzeugt werden können. Solch ein Zückerchen für private Bauherren brauchen wir als Holzbau- und Dachbaubranche auch! Zwar gibt es Förderprogramme für zinsgünstige Kredite, aber Bauherren, die das Geld auf der hohen Kante haben, werden benachteiligt. Dieses Geld müssen wir für wertsteigernde Investitionen locker machen. Dadurch schützen wir das Klima und stützen die Konjunktur“, so Huth. Ein konkreter Vorschlag dazu ist die Einführung einer Energiesparprämie.
Zur Stimmung in der Holzbaubranche erklärt Ullrich Huth: „Die Stimmung ist verhalten, da sich der Miniboom des Jahres 2006 endgültig als ein Strohfeuer erwiesen hat, wie die nun vorliegenden Umsatzzahlen für das Jahr 2007 zeigen. Das Zimmerer- und Holzbaugewerbe musste einen Umsatzrückgang von 12 Prozent hinnehmen. Für das Jahr 2008 haben wir noch keine abschließenden Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr erwarten wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage ein Zuwachs von drei Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Für 2009 gehen wir von einem Umsatz auf diesem Niveau aus.“
Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Karl-Heinz Schneider, führt aus: „Der Sanierungsdruck für Immobilienbesitzer ist groß. Hier kommen gleich mehrere Komponenten zusammen: Steigende Heizkosten, Energieeinsparverordnung, Gebäudeenergieausweis seien hier als Stichworte genannt. Zwei Drittel aller Wohneinheiten sind in den nächsten zwanzig Jahren unter energetischen Gesichtspunkten sanierungsbedürftig. Da liegt viel Auftragspotential für unsere Betriebe. Gerade das Dach steht häufig im Mittelpunkt einer energetischen Sanierung. Energetische Sanierungen sind oft mit erheblichen Kosten und langen Amortisationszeiten verbunden. Deshalb begrüßen auch wir die Einführung einer Energiesparprämie.“
Zu den wirtschaftlichen Aussichten für das Dachdeckerhandwerk erklärt ZVDH-Präsident Schneider: „Angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage fällt es schwer, Prognosen zu erstellen. Wir rechnen mit einer teilweise deutlichen Verschlechterung der Geschäftslage bei vielen Dachdeckerbetrieben. Als nachgelagertes Gewerk werden wir später als andere Wirtschafts- und Handwerksbereiche die Auswirkungen der Konjunkturkrise zu spüren bekommen. Die Maßnahmen der beiden Konjunkturpakete der Bundesregierung können für unsere Betriebe eine wirkungsvolle Stütze in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase sein. Wir messen dem Investitionsprogramm, das ja wesentlich auf kommunaler Ebene wirken soll, die größte Bedeutung zu. Wenn nur ein Bruchteil der vorgesehenen 16,9 Milliarden Euro für Investitionen in die Dämmung der Gebäudehülle fließt, dann dürfte das Dachdeckerhandwerk maßgeblich an dem Investitionsprogramm partizipieren.“