Im Frühjahr 2008 fanden in Fulda erstmalig die Deutschen Pflastertage statt. Der Fachbereich Verkehrswegebau im ZDB präsentierte damit eine neue Fachtagung, die sich an ein bundesweites Fachpublikum richtete.
Die als Vortrags- und Diskussionsveranstaltung konzipierte Tagung richtete sich vornehmlich an Praktiker aus den baugewerblichen Straßenbauunternehmen wie auch an Fachleute aus den kommunalen Straßenbauverwaltungen. Gleichzeitig wurde großer Wert darauf gelegt, die Fachthemen praxisnah zu präsentieren.
Unter der Leitung von Joachim Nickel, Firma Felix Nickel Straßenbau GmbH & Co. KG, Hamburg, dem Obmann des Arbeitsausschusses ATV DIN 18318, wurden aktuelle Themen aus Praxis und Theorie der Herstellung von Pflasterdecken und Plattenbelägen behandelt. Im ersten Themenblock „Pflastersteine, Materialien“ wurden Besonderheiten und Anwendungsbeispiele für Pflasterdecken und Plattenbeläge aus Klinker, Betonstein und Naturstein vorgestellt. Im zweiten Themenblock „Gebundene Bauweise“ erfuhren die Teilnehmer alles zum Stand der Entwicklung der gebundenen Bauweise. Dabei wurden u.a. von Prof. Koch, Fachhochschule Köln, die speziellen Problemstellungen dargestellt, die sich beim Einsatz der gebundenen Bauweise ergeben und gleichzeitig praxisnahe Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Weitere Vorträge zu Anforderungen seitens des öffentlichen Auftraggebers und zur fachgerechten Ausführung der gebundenen Bauweise ließen keine Fragen offen. Am Abend des ersten Veranstaltungstags trafen sich die rund 100 Teilnehmer im Rahmen des Pflasterabends zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der ungebundenen Bauweise. Unter Moderation von Georg Raeder, Firma Raeder Straßen- Tiefbau GmbH, Mönchengladbach, erhielten die Teilnehmer zunächst einen Überblick über Schadensfälle in Folge falscher Ausführung. Neben weiteren Fachinformationen zu Bettungs- und Fugenmaterialien für hochbeanspruchte Befestigungen, erfuhren die Teilnehmer auch wissenswertes zur Wasserdurchlässigkeit von Pflasterdecken und Plattenbelägen bei konventionellen und versickerungsfähigen Bauweisen. Auf großes Interesse stießen auch die Vorträge zu „Pflasterflächen und Plattenbelägen mit Großformaten für befahrene Verkehrsflächen“ sowie die fachkundigen Ausführungen zur „Maschinellen Verlegung“.
Kurzweilig zur Praxis des Straßenbauers schloss Herr Joachim Nickel den Sitzunsteil. Unter der Leitung von Steffen Landsiedel, Tiefbauamt der Stadt Fulda, ging es dann um die Praxis mit einem Stadtrundgang „Pflaster und Platten in der Barockstadt Fulda“.
Die überaus positive Resonanz der Tagungsteilnehmer, die sich zu rund der Hälfte aus Vertretern der kommunalen Straßenbauverwaltung zusammensetzten, zeigt, dass mit den Deutschen Pflastertagen ein großer Teilnehmerkreis angesprochen werden konnte, der vornehmlich im kommunalen Straßenbau tätig ist. Der offen geführte Erfahrungsaustausch zwischen Firmen und Verwaltung trug wesentlich zum überaus positiven Veranstaltungsklima bei.
(sg)
Die 2. Deutschen Pflastertage finden am
25. und 26. Februar 2010 wiederum in Fulda statt.