Home / Zahlen Daten Fakten / Analyse & Prognose
Analyse & Prognose 2010
Der jährlich erscheinende Bericht analysiert die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die davon ausgehenden Impulse für die Bautätigkeit. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf die Baukonjunktur im laufenden Jahr.

Summary:

Im Wohnungsbau sind im Jahr 2009 keine Änderungen in den steuerlichen und politischen Rahmenbedingungen eingetreten. Insofern sind hier Impulse ausgeblieben. Auch die neue Koalition hat es bisher unterlassen, substantiierte Festlegungen zur Stimulierung des Wohnungsbaus zu treffen.

Die Baugenehmigungen im Wohnungsbau (bemessen in Baukosten) zeigten gleichwohl im Jahresverlauf 2009 eine positive Entwicklung, in den alten Ländern deutlicher (per November + 5,8 %) als in den neuen (- 0,3 %). Offensichtlich haben viele Menschen trotz der Krise aus der stabilen Situation am Arbeitsmarkt Zuversicht gewonnen. Damit deutet sich zum ersten Mal nach drei Jahren wieder eine Bodenbildung an, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau.
Der Umsatz wird für 2009 auf 24,5 Mrd. € veranschlagt, was einem Rückgang von 5,5 % zu 2008 entspricht. Auch wenn die Baugenehmigungen einen positiven Trend aufweisen, sprechen die niedrigen Auftragsbestände, negative Erwartungen am Arbeitsmarkt und fehlende Einkommensimpulse sowie unzureichende Stimuli für institutionelle Anleger insgesamt gegen ein Ansteigen aus dem Umsatztal in 2010. Per Saldo wird sich der Umsatz in 2010 im Wohnungsbau auf niedrigem Vorjahresniveau bei 24,5 Mrd. € halten.

Die Entwicklung im Wirtschaftsbau war im Jahr 2009 geprägt von der im Herbst 2008 aufbrechenden Finanz- und Wirtschaftskrise. Das unterkühlte Investitionsklima der Wirtschaftszweige zeigte sich beim Genehmigungsvolumen im gesamten Jahresverlauf. Insbesondere Fabrik- und Handelsgebäude verloren mit ca. 30 % (bemessen nach Baukosten) gegenüber 2008. Mit der Jahreswende 2009 brachen die Auftragseingänge in dieser Sparte um 30 % ein. Zum Jahresende 2009 besteht noch ein Rückstand zum Vorjahr von ca. 20 %. Der Rückgang an Order geht dabei zu gut 90 % zulasten des Hochbaus, der im Wirtschaftsbau zwei Drittel des Umsatzes ausmacht. Demgegenüber hat sich der Wirtschaftstiefbau relativ stabil gehalten. Hier wirken sich die Investitionen der Deutschen Bahn, die von den Konjunkturpaketen gepuscht werden, aus.

Der Umsatz im Wirtschaftsbau wird 2009 ca. 30,8 Mrd. € betragen und damit um 9,2 % unter dem Vorjahreswert von 33,9 Mrd. € liegen. Es ist in 2010 mit einem Umsatzrückgang gegenüber 2009 um weitere 2,5 Mrd. € (- 8,1 %) auf 28,3 Mrd. € zu rechnen. Dabei verlieren die alten Länder 2,2 Mrd. € (- 9,3 %) und die neuen Länder 0,3 Mrd. € (- 4,2 %). Damit würde der Umsatz im Wirtschaftsbau von 2008 mit 33,9 Mrd. € innerhalb von zwei Jahren um gut 16 % nachgeben. Von 2005 auf 2008 hatte der Umsatz infolge der Konjunkturbelebung noch um gut 26 % zugelegt.

Von den Konjunkturpaketen geht potentiell eine stimulierende Wirkung auf den Umsatz im Bauhaupt – und Ausbaugewerbe in 2009 bis 2011 von ca. 20 Mrd. € aus; davon etwa 7 Mrd. € für das Bauhauptgewerbe. In Höhe von 5 Mrd. € profitiert davon die Sparte „Öffentlicher Bau“. Bedingt durch die in den Jahren 2009 bis 2011 wegbrechenden Steuereinnahmen, wird das Potential der Konjunkturpakete nicht voll ausgeschöpft werden.

Die Order der öffentlichen Auftraggeber liegen per Oktober insgesamt nur um gut 2 % über dem Vorjahresniveau. Auch wenn der Impuls aus den Konjunkturpaketen in 2009 geringer als erhofft war, so haben die Programme doch ihre beschäftigungsstützende Funktion erreicht. Der positive Trend bei den Baugenehmigungen sollte sich in den nächsten Monaten auch stärker bei den Auftragseingängen im öffentlichen Hochbau niederschlagen.

Im Jahr 2009 sind insgesamt 27,1 Mrd. € und damit ein Anstieg von + 5 % zu erwarten. Insgesamt werden die Umsätze in dieser Sparte im Jahr 2010 noch einmal um 1,4 Mrd. € auf 28,5 Mrd. € wachsen können (+ 5,3 %). Das Wachstum fällt in den alten Ländern (+ 5,2 %) etwa gleichstark aus, wie in den neuen (+ 6 %). In 2010 könnte der öffentliche Bau damit die umsatzstärkste Sparte werden.

Anhänge:
Zentralverband Deutsches Baugewerbe  |  Kronenstraße 55 - 58  |  10117 Berlin
Telefon 030 20314-0  |  Telefax 030 20314-420  |  info@zdb.de