„Wohnungsbaupolitik ist in höchstem Maße Sozialpolitik. Es wird Zeit, dass die Regierung dieses wahrnimmt. Daher brauchen wir dringend eine wohnungsbaupolitische Offensive – im Interesse der vielen betroffenen Menschen wie auch im Interesse der mittelständischen Bauwirtschaft, die rund drei Viertel der Beschäftigten und Lehrlingen am Bau Lohn und Brot gibt.“ Am Beispiel eines Maurers zeigte der ZDB-Präsident auf der Pressekonferenz zum Deutschen Baugewerbetag auf, wie sich dessen Einkommenssituation bei Renteneintritt dramatisch verschlechtert, obwohl dieser ein Leben lang gearbeitet habe: Bei einem Durchschnittseinkommen von 3.000 Euro brutto verbleiben ihm und seiner Familie ein frei verfügbares Einkommen von 1439 Euro nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben sowie der Miete. Wenn dieser in 25 Jahren in Rente geht, sinkt sein verfügbares Einkommen auf 337 Euro und liegt damit unter dem heutigen Sozialhilfesatz.
„Egal wie man es rechnet, viele der heute Berufstätigen, die nicht in eine private Absicherung investieren, laufen in die Falle der Altersarmut.“ erläuterte Loewenstein die Situation. Er bezeichnete es als „Skandal, dass das politische Berlin nicht bereit ist, aufgrund dieser Zahlen die Weichen so zu stellen, dass die Leute auch im Alter sorgen- und vor allen Dingen sozialhilfefrei leben können.“
Der Erwerb von Wohneigentum bietet einen Ausweg aus dieser Misere, so der Vorschlag des Baugewerbes. Loewenstein machte dazu folgende Rechnung auf: Wenn der Maurer seine Mietwohnung oder eine vergleichbare Eigentumswohnung für 70.946 Euro kauft, hat er eine monatliche Belastung von 473 Euro zu verkraften, diese liegt nur um 50 Euro höher als seine bisherige Kaltmiete. Nach 25 Jahren wäre der Kredit getilgt und die Wohnung im Eigentum des Mieters. Loewenstein: „Wenn unser Maurer also in 25 Jahren in Rente geht, bleiben ihm immerhin knapp 800 Euro zum Leben übrig, sicherlich nicht üppig, aber deutlich mehr, als wenn er weiterhin Miete bezahlen müsste."