Home / Presse / Reden / Laudatio anlässlich der Verleihung des Ehrenrings des Deutschen Baugewerbes an Senator e.h. Heinz Heiler
Laudatio anlässlich der Verleihung des Ehrenrings des Deutschen Baugewerbes an Senator e.h. Heinz Heiler
Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Anrede,

wir kommen nun zu den im Programm aufgeführten Ehrungen. Wie Sie ja wissen, nutzen wir unseren jährlichen Baugewerbetag dazu, verdienstvolle Mitstreiter zu ehren. Heute haben wir zwei Ehrungen vorzunehmen, wobei die eine noch aus dem vergangenen Jahr resultiert.

Ich darf daher als Ersten Heinz Heiler zu mir auf die Bühne bitten. Herr Heiler war im vergangenen Jahr leider erkrankt; nun ist es mir eine umso größere Freude, die Ehrung heute nachholen zu können.

Liebe Gäste,

„selbst ist der Mann“ ist das Lebensmotto von Heinz Heiler, und so packt er mit Entschlossenheit, Zuverlässigkeit und Durchsetzungsvermögen die anstehenden Aufgaben an. Nach Erwerb der mittleren Reife und einer Banklehre besuchte er eine Bankakademie und übernahmen im Anschluss die Leitung der Wertpapierabteilung eines Geldinstituts, bevor 1966 der Schritt in die Selbstständigkeit, zunächst im Finanz- und Immobiliengewerbe, folgte. 1975 traten Sie, lieber Herr Heiler, in die Firmengruppe G. A. Müller GmbH & Co. KG und Betonbau GmbH ein. Diese bauten Sie in der Folgezeit als Geschäftsführer und Inhaber zu einem Firmenverbund mit zeitweise über 1.000 Beschäftigten und Standorten in Deutschland, Prag und Bordeaux aus.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Heinz Heiler wäre nicht Heinz Heiler, hätte er sich nur auf seine Unternehmen konzentriert. Neben dem Engagement für seinen Berufsstand lag ihm das Gemeinwohl am Herzen. Von 1989 bis 1994 beteiligte er sich als Mitglied des Gemeinderates von Waghäusel aktiv an der Kommunalpolitik. Dabei hat er seine unternehmerische Erfahrung in die Waagschale geworfen und aus dieser Perspektive die politischen Entscheidungen bewertet.

Seine Sichtweise war konsequent auf die betrieblichen Auswirkungen von Rahmenbedingungen im Alltag ausgerichtet. Dabei ist es ihm immer wieder gelungen, den Finger rechtzeitig in die Wunde zu legen und politische Vorhaben als drohende Fehlentscheidungen für den unternehmerischen Erfolg vor Augen zu führen.

In seinem Engagement für das deutsche Baugewerbe hat Heinz Heiler auch hier seine Schwerpunkte gesetzt. Konsequenterweise hat er sich seit 1982 als Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Recht des ZDB engagiert, von 1999 bis 2006 war er dessen Vorsitzender. Im ständigen Austausch mit der Politik wie auch mit seinen Unternehmerkollegen hat er die konkreten Auswirkungen von politischen Entscheidungen auf den Alltag der Unternehmen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt und manche Fehleinschätzung anderer zurecht gerückt.

Lieber Herr Heiler,

aufgrund Ihrer Kompetenz und Fairness waren Sie ein geschätzter und willkommener Mitstreiter für die gemeinsame Sache. So waren Sie von 1993 bis 2002 Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Nordbaden und gleichzeitig von 1994 bis 2000 Präsident der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Nach der Fusion mit dem Bauindustrieverband Nordbaden waren Sie 2002 der erste Präsident des fusionierten Verbandes Bauwirtschaft Nordbaden. Dieses Amt hatten Sie turnusgemäß bis 2005 inne. Die Mitgliederversammlung des Verbandes Bauwirtschaft Nordbaden ernannte Sie 2006 in Anerkennung ihrer langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes.

1994 kamen Sie in den ZDB-Vorstand. Als Schatzmeister und Vizepräsident von 2002 bis 2006 haben Sie unseren Verband durch die schwierige Zeit der Rezession am Bau gelotst.

Die Baukrise in den 90er Jahren forderte auch von Ihnen als Unternehmer Tribut. Sie haben dennoch immer für ein angemessene tarifliche Bezahlung und ein partnerschaftliches Miteinander im Betrieb geworben und entsprechend gehandelt. Harte Entscheidungen, erzwungen durch die verschlechterten äußeren Rahmenbedingungen und gegen Ihre inneren Überzeugungen blieben nicht aus. Doch mit innovativen Ideen und Konzepten haben Sie auch diese Herausforderung erfolgreich gemeistert. Mit Tatkraft und Energie, mit einem beispielhaften Verhalten, haben Sie anderen Mut gemacht.

Lieber Herr Heiler,

gute Bildung in der Bauwirtschaft war Ihnen stets ein Anliegen, denn wie sagte schon Heinrich Heine: „Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber die Bildung bleibt.“ Und Sie handelten danach: Ihr Engagement für die Fachhochschule Karlsruhe – Hochschule für Technik – wurde 1999 mit dem Titel Ehrensenator gewürdigt. Als Vorsitzender des Kuratoriums, der Sie seit 2000 sind, und als Vorsitzender des Hochschulrats haben Sie immer besonderen Wert auf die qualitative Entwicklung der Hochschulausbildung gelegt und hierfür eine Hochschul-Stiftung errichtet.

Ihre Unternehmensstiftung, die G.A. Müller-Stiftung zeichnet jährlich Hochschulmitglieder aus, die sich um die Qualität der Lehre besonders verdient gemacht haben. In Ihrem sozialen Engagement sind Sie vorbildlich. Ich möchte dies mit den Worten von Wilhelm Busch beschreiben: „Zu nehmen, zu behalten und gut für sich zu leben, fällt jedem selber ein. Die Börse zu entfalten, den andern was zu geben, das will ermuntert sein.“

Als Stifter haben Sie selbst tief in die Börse gegriffen. Auch bei Ihrem liebsten Hobby, dem Golfspiel, ermuntern Sie andere, es Ihnen bei Wohltätigkeitsturnieren gleich zu tun. Es liegt nun an uns, Ihnen zu danken.

Lieber Herr Heiler,

namens des Vorstandes des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes und auch ganz persönlich möchte ich Ihnen für Ihr langjähriges Engagement für das deutsche Baugewerbe herzlich danken. Ich verbinde diesen Dank mit den besten Wünschen für Ihre Zukunft. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie vor allen Dingen Gesundheit und viel Freude in der hinzugewonnenen Zeit, für die Sie sicher gute Verwendung haben.

Meine Damen und Herren,

wir wollen heute die Leistungen von Heinz Heiler mit dem Ehrenring des Deutschen Baugewerbes - der höchsten Auszeichnung, die wir zu vergeben haben - würdigen.

Herzlichen Glückwunsch dazu.

Ich verlese nun die Urkunde:

Anhänge:
Zentralverband Deutsches Baugewerbe  |  Kronenstraße 55 - 58  |  10117 Berlin
Telefon 030 20314-0  |  Telefax 030 20314-420  |  info@zdb.de