Die Zahl der gewerblich Auszubildenden verringerte sich in den ostdeutschen Betrieben sogar um 19,9 %. Im Vergleich zu den Vorjahren war in diesem Jahr so gut wie kein Beschäftigtenaufbau während der Sommermonate festzustellen. In den ostdeutschen Betrieben blieb die Beschäftigtenzahl des Monats April auch in den folgenden Zeitabschnitten nahezu unverändert.
Das Volumen der Auftragseingänge nahm bis einschließlich September um rund 10 % gegenüber dem Vorjahresvolumen ab. Besonders stark ist der Rückgang im Wohnungsbau mit - 15,4 %. Die Entwicklung im Wohnungsbau prägt die schwache Ordertätigkeit im gesamten Hochbaubereich. Auch hier hat sich die Baunachfrage binnen eines Jahres um mehr als 10 % abgeschwächt.
Im Tiefbau ist auch ein deutlicher Rückgang der Auftragseingänge um 8,4 % (darunter im Straßenbau - 6,6 %) festzustellen. Bezogen auf die Bausparten wiesen der Wirtschaftsbau für die westdeutschen Betriebe und der öffentliche Bau für die ostdeutschen Betriebe den verhältnismäßig schwächsten Auftragsrückgang auf. Die realen Entwicklungsraten liegen aufgrund des noch anhaltenden Preisrückgangs etwas höher als die nominalen Veränderungsraten. Die durch relativ günstige Baugenehmigungszahlen im Jahre 1999 genährte Hoffnung, dass der Wirtschaftsbau zum Motor der Bautätigkeit im Jahre 2000 werden könnte, ist angesichts der negativen Entwicklung bis einschließlich September unerfüllt geblieben. Der Wirtschaftsbau weist nominal mit - 7 % eine deutlich schwächere Baunachfrage als im Jahr zuvor auf.
Die bisher vorliegenden Zahlen für die Baugenehmigungen lassen auch für die weitere Entwicklung nur in Teilbereichen leichte Verbesserungen erwarten. Der Rückgang der Baugenehmigungen (auf Basis der veranschlagten Kosten) lag Ende September 2000 bei fast 10 %. Allerdings verbergen sich hinter dieser Durchschnittsgröße deutliche Unterschiede hinsichtlich der genehmigten Gebäudekategorien.
Während für Wohnbauten das Genehmigungsvolumen um fast 14 % geringer ausfiel als in der entsprechenden Periode des Vorjahres, wurde für Nichtwohnbauten die Wertgröße des Vorjahres fast erreicht (- 2 %). Noch deutlicher fallen die Entwicklungsunterschiede aus, wenn man nur die Größen für das frühere Bundesgebiet zugrunde legt. Während bei den Wohnbauten der Rückgang der Baugenehmigungen mit gut 12 % ebenfalls stark negativ ausfällt, ist bei den genehmigten Nichtwohnbauten ein um 1,4 % größeres Genehmigungsvolumen als im Vorjahr zu registrieren.
Für die neuen Länder unterscheiden sich die negativen Veränderungsraten bei den Wohngebäuden und den Nichtwohngebäuden längst nicht so stark. Das Genehmigungsvolumen bei den Wohnbauten nahm um fast 20 % ab. Die Entwicklung für die Nichtwohnbauten blieb mit - 14 % kaum weniger ungünstig. Bezogen auf die Nutzungseinheiten (Wohnungen bzw. m3 umbauter Raum) ergibt sich in den Entwicklungsverläufen kein anderes Bild.
Entgegen den ursprünglichen Erwartungen ergab sich bei den Genehmigungen für Einfamilienhäuser eine negative Entwicklung. Mit - 14,4 % in den alten Ländern und - 15,2 % in den neuen Ländern liegen diese ungünstigen Veränderungsraten nunmehr in einer ähnlichen Größenordnung wie die für die Mehrfamilienhäuser. Bei den Nichtwohngebäuden weisen die Baugenehmigungszahlen im früheren Bundesgebiet in etwa das Niveau des Vorjahres auf. Dabei gestaltete sich die Entwicklung der Bauanträge für Büro- und Verwaltungsgebäude mit + 9,9 % und auch für Fabrik- und Werkstattgebäude mit + 2,6 % deutlich positiv. Für die zuletzt genannte Kategorie ist die Entwicklung der Baugenehmigungen in den neuen Ländern mit - 1,6 % erheblich günstiger als die Gesamtentwicklung mit - 14,2 %.
Die Zunahme der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen beruht ausschließlich auf der Entwicklung in den neuen Bundesländern. Während sich im Westen die Zahl der Arbeitslosen um gut 3 % verringerte, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl binnen Jahresfrist in Ostdeutschland um fast 20 %. Absolut ist die Arbeitslosenzahl am Bau in Ostdeutschland gegenwärtig mit 109.000 Personen merklich höher als im Westen mit annährend 96.000 Personen. Die Zahl der offenen Stellen lag im Oktober sowohl im westdeutschen Bauhauptgewerbe als auch im ostdeutschen Bauhauptgewerbe um jeweils gut ein Fünftel unter den Vorjahreswerten.
In der Summe der ersten drei Quartale dieses Jahres wurde das vorjährige Volumen der Bauinvestitionen um knapp 2 % unterschritten. Für die alten Bundesländer ergibt sich per September 2000 ein ebenso großes Investitionsvolumen wie im Vorjahr. In den neuen Ländern gingen die Investitionen demgegenüber um mehr als 6 % zurück.
Durchweg negativ, wenn auch in deutlich unterschiedlichem Maße, entwickelten sich die Wohnungsbauinvestitionen. In Deutschland insgesamt fielen die Wohnungsbauinvestitionen um 2,4 % geringer aus als vor einem Jahr. Bei den Nichtwohnbauten zeigt sich im bisherigen Jahresverlauf eine wiederum unterschiedliche Entwicklung in West- bzw. Ostdeutschland. Während im früheren Bundesgebiet dieses Investitionsvolumen mit + 0,4 % geringfügig ausgeweitet wurde, gingen die Investitionen in Nichtwohnbauten in Ostdeutschland um 5 % zurück.