Home / Info-Center / ZDB-Direkt / ZDB-Direkt 6/2007 / Baukonjunktur mit Licht und Schatten
Baukonjunktur mit Licht und Schatten
Herbstpressekonferenz des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes
„Alles in allem ist die Bauwirtschaft noch nicht aus dem konjunkturellen Tal heraus. Für 2007 erwarten wir einen Umsatzzuwachs von nur 1,5 % auf 82,5 Mrd. Euro. In 2008 wird sich der Branchenumsatz ebenfalls in dieser Höhe bewegen.“ So beschrieb Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, die Situation seiner Branche am 5. November 2007.

Wohnungsbau im Minus, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau im Plus
So verharrt die Bautätigkeit seit April ungefähr auf Vorjahresniveau. In der Summe der Monate April bis August ergibt sich im Wohnungsbau ein Minus von 7,7 %, im Wirtschaftsbau von 2,8 % und im öffentlichen Bau von 0,4 % bei den geleisteten Arbeitsstunden. Loewenstein dazu: „Diese statistischen Zahlen belegen, was uns viele Betriebe berichten: mangelnde Auslastung, Kurzarbeit und schließlich Entlassungen.“ Auch die neuen Aufträge werden keine wesentlichen Impulse für die Bautätigkeit im letzten Quartal 2007 geben: Das Volumen neuer Aufträge lag bis einschließlich August insgesamt real um 2 % über dem Vorjahr. Dazu hat allein der gewerbliche Bau mit plus 8,8 % beigetragen. Für den öffentlichen Bau stagniert die Ordertätigkeit. Im Wohnungsbau ergibt sich gegenüber dem Vorjahr bisher ein Minus von 9,6 %.

Die Zahl der Beschäftigten wird im Jahresdurchschnitt bei rund 714.000 liegen, was einen Zuwachs von 0,5 % bedeutet.
„Das verhaltene Wachstum der Baukonjunktur wird von Rahmenbedingungen geprägt, die auch für 2008 bestimmend sind“, so der ZDB-Präsident. „So laufen die aus der Eigenheimzulage entstandenen Impulse gänzlich aus. Die Genehmigungszahlen für den Ein- und Zweifamilienhausbau spiegeln im bisherigen Jahresverlauf besonders deutlich den Ausfall der Schwellenhaushalte als Nachfrager wieder.“

In den Monaten Januar bis August 2007 sind 46.000 Wohnungen (in Ein- und Zweifamilienhäusern), d.s. – 42 %, weniger genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Im Mehrfamilienhausbau betrug der Rückgang „nur“ 16 %. „Daher müssen wir davon ausgehen, dass der Wohnungsneubau in 2008 erheblich einbrechen wird.“ So Loewenstein.
Nur für den gewerblichen Bau scheint die Zukunft günstig zu sein, denn das Genehmigungsvolumen bei den Nichtwohngebäuden liegt um 12 % höher als im vergangenen Jahr.

Die Gemeinden haben ihre Ausgaben für Baumaßnahmen gegenüber dem 1. Halbjahr 2006 zwar um 649 Mio. Euro ausgeweitet, was angesichts der Erhöhung der investiven Landeszuweisungen um 384 Mio. Euro und einem um 2,8 Mrd. Euro höheren Steueraufkommen nicht gerade berauschend ist. Allerdings werden die Steuereinnahmen in diesem und im nächsten Jahr auch der öffentlichen Hand größere Entscheidungsspielräume geben.

Bauhauptgewerbe 2007/2008
2007
absolut
% zum Vorjahr2008
absolut
% zum Vorjahr
Umsatz (Mio. Euro)
insgesamt
82.500+ 1,582.500± 0
    dar. Wohnungsbau
25.900- 4,023.400- 9,5
    dar. Wirtschaftsbau
31.700+ 6,033.300+ 5,0
    dar. Öffentlicher Bau
24.900+ 2,525.800+ 3,5
Beschäftigte (Personen)714.000+ 0,5707.000- 1,0

Für 2008 Stagnation erwartet
„Sollten sich unsere Befürchtungen zum Einbruch im Wohnungsneubau bestätigen, so werden wir im kommenden Jahr nur schwerlich den diesjährigen Umsatz erneut erreichen können. Wir gehen dennoch davon aus, dass wir 2008 einen Branchenumsatz für das Bauhauptgewerbe von 82,5 Mrd. Euro erreichen werden.

Der Rückgang im Wohnungsbau um 2,5 Mrd. Euro könnte durch steigende Umsätze im Wirtschaftsbau um 1,6 Mrd. Euro und im Öffentlichen Bau um 900 Mio. Euro ausgeglichen werden.

Die Zahl der Beschäftigten würde sich daher gegenüber 2007 um etwa 7.000 Personen verringern.“ fasste Loewenstein die Prognose 2008 für das Bauhauptgewerbe zusammen.

Zentralverband Deutsches Baugewerbe  |  Kronenstraße 55 - 58  |  10117 Berlin
Telefon 030 20314-0  |  Telefax 030 20314-420  |  info@zdb.de