Statement von Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident Zentralverband Deutsches Baugewerbe, anlässlich der Sommer-Pressekonferenz am 23. Juni 2010 in Berlin
Der harte und lange Winter prägt das bisherige Geschehen dieses Baujahres. Leider können wir heute nur über die Monate Januar bis März berichten, da bisher nur die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für das erste Quartal vorliegen. Die Zahlen für April erscheinen erst kommende Woche.
Noch bis Mitte März verblieb die Bauwirtschaft witterungsbedingt in Wartestellung. Die Umsätze lagen per März erwartungsgemäß noch deutlich im Minus. Der Gesamtumsatz betrug im Zeitraum Januar bis März 2010 nur 11 Milliarden Euro und lag damit noch einmal um 17 % unter dem niedrigen Niveau der ersten drei Monate 2009.
Der harte und lange Winter prägt das bisherige Geschehen dieses Baujahres. Leider können wir heute nur über die Monate Januar bis März berichten, da bisher nur die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für das erste Quartal vorliegen. Die Zahlen für April erscheinen erst kommende Woche.
Noch bis Mitte März verblieb die Bauwirtschaft witterungsbedingt in Wartestellung. Die Umsätze lagen per März erwartungsgemäß noch deutlich im Minus. Der Gesamtumsatz betrug im Zeitraum Januar bis März 2010 nur 11 Milliarden Euro und lag damit noch einmal um 17 % unter dem niedrigen Niveau der ersten drei Monate 2009.
Ab Mitte März konnte die Bautätigkeit dann endlich richtig aufgenommen werden. Die Einschätzungen zur Geschäftslage haben sich damit gegenüber den Vormonaten auch deutlich verbessert. Vielerorts gut gefüllte Auftragsbücher heben zudem die Stimmung:
Nachdem noch im Januar ein Minus von 7 % gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen gewesen war, lagen die Auftragseingänge im Februar um 18 % und im März um 14 % über dem jeweiligen Vergleichswert des Vorjahres. Die Auftragsentwicklung im ersten Quartal gibt mit einem Plus von 9,4 % Anlass, optimistisch auf die nächsten Monate zu schauen.
I. Wohnungsbau
Vor kurzem hat das Statistische Bundesamt die Fertigstellungszahlen für 2009 bekannt gegeben. Demnach wurden in Deutschland insgesamt 158.987 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 9,6 % oder 17.000 Wohnungen weniger als im Vorjahr.
Damit hat sich der dramatische Rückgang der Jahre 2008 (- 16,5 %) und 2007 (- 15,5 %) wenn auch abgeschwächt weiter fortgesetzt.
Seit 1995, als mit knapp 603 000 Wohneinheiten ein Höchststand beim Wohnungsneubau erreicht wurde, ging die Zahl der jährlich fertig gestellten Wohnungen damit um rund 74 % zurück und erreichte 2009 den niedrigsten Wert seit der deutschen Vereinigung. Erstmals wurden damit weniger als 2 Wohneinheiten je 1.000 Einwohner errichtet.
Die Entwicklung der Baugenehmigungen gibt jedoch Hoffnung auf leichte Besserung. Auf Basis der Baukosten war in 2009 bereits ein Zuwachs für neue Wohngebäude von 6 % zu verzeichnen gewesen.
Im Jahr 2010 scheint sich dieser Trend fortzusetzen. Per März lagen die Genehmigungen mit 7 % im Plus. Im April hat sich die Entwicklung abgeschwächt: Kumuliert verzeichnen wir nur noch plus 3,5 %. Auch die Zahl der genehmigten Wohneinheiten steigt. Im Zeitraum bis April wurden 2.150 Wohneinheiten mehr genehmigt als im Vorjahreszeitraum.
Der seit dem zweiten Halbjahr 2009 anhaltend positive Trend bei den Baugenehmigungen schlägt sich auch bei den Auftragseingängen mit einem Plus von 11 % nieder. Dies allerdings vom niedrigen Niveau des Vorjahres aus, dem niedrigsten seit der Wiedervereinigung. Derzeit liegen die Werte von 2010 immer noch unter dem Niveau der Jahre 2005-2008.
Um dem positiven Trend Nachhaltigkeit zu verleihen, müssen die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau dringend verbessert werden – trotz aller Sparzwänge.
Hierzu gehören in erster Linie die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung, eine Verstetigung der CO2- Gebäudesanierungsprogramme auf höherem Niveau wie auch eine Förderung von Maßnahmen zum Bestandsersatz. Um der energetischen Sanierung einen wesentlich stärkeren Impuls zu geben, hatten wir die Einführung einer Klimaschutzabschreibung analog der Denkmalschutzabschreibung gefordert. Diese ist unverändert notwendig.
All diese Maßnahmen setzen investive Anreize und aktivieren privates Kapital in erheblichem Umfang für Investitionen in den Wohnungsbau, die die lahmende Binnenkonjunktur stärken und sich, das haben Studien ergeben, auch für den Staat rechnen.
Nehmen wir eine mittelgroße Investition von 50.000 Euro im Bereich Sanierung. Damit wird eine Vollzeitkraft ein Jahr lang beschäftigt. Das ergibt sich aus einer Studie des Bremer-Energie-Instituts im Auftrag der KfW.
Für die Berechnung der Einnahmen aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen gehen wir von einem durchschnittlichen Jahresverdienst eines Facharbeiters von 30.000 Euro brutto aus. Der Berechnung wird ein Lohnsteuersatz von 12,5 %, der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 %, ein Umsatzsteuersatz von 19 % sowie ein Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz von 40 % zugrunde gelegt. Hieraus ergeben sich Einnahmen in Höhe von 55 % der Sanierungskosten.
Bei einer einzelnen Sanierungsmaßnahme mit Kosten in Höhe von 50.000 Euro belaufen sich allein die Steuereinnahmen auf rund 13.000 Euro. Hinzu kommen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 12.000 Euro.
Unterstellt man weiter, dass die staatliche Förderung über Zuschüsse einen Multiplikatoreffekt von fünf bewirkt, werden die Fördermittel aus dem Rückfluss der Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen mehr als überkompensiert.
Wenn also 1 Mrd. Euro, die der Bund über die KfW als staatliche Zinszuschüsse bereitstellt, 5 Mrd. Euro private Investitionen ergeben, kommen dadurch 1,35 Mrd. Euro als Steuern wieder zurück. D.h. der Bund macht ein sattes Plus von 350 Mio. Euro.
Oder anders ausgedrückt, in der Sprache der Investmentbanker: Die Anlage von 1 Mrd. Euro in der Wohnungsbauförderung bringt eine Rendite von 35 % in ein bis zwei, max. drei Jahren. Ich frage Sie, wo gibt es derzeit solche Renditen?
Und die Sozialkassen können sich über weitere 1,2 Mrd. Euro an Beiträgen freuen – ein Aspekt, der nicht vernachlässigt werden darf, gerade weil die Politiker so viel über die Erhöhung der staatlichen Einnahmen diskutieren.
Wohnungsbauförderung erhöht die staatlichen Einnahmen und kommt gänzlich ohne Steuererhöhung aus.
Meine Damen und Herren,
allein schon vor diesem Hintergrund verstehen wir nicht, dass im Rahmen des Sparpakets der Bundesregierung die Fördermittel für die Gebäudesanierung noch einmal halbiert werden und damit für das Jahr 2011 nur noch 450 Mio. Euro zur Verfügung stehen, nachdem sie in 2009 2,25 Mrd. Euro und in 2010 noch 1,5 Mrd. Euro betragen hatten.
Mit dieser Rotstiftpolitik bremst die Bundesregierung die energetische Sanierung des Gebäudebestandes und gefährdet ihre ehrgeizigen Ziele der CO2-Reduzierung.
Kommen wir zurück zu den Bauwirtschaftsdaten:
Der Umsatz im Wohnungsbau liegt per März noch um mehr als 12 % unter dem Vorjahr. Mit Blick auf die Entwicklung der Baugenehmigungen und Auftragseingänge halten wir unsere Prognose für 2010 mit einem Umsatzplus von 0,5 % auf knapp 25 Mrd. Euro gleichwohl aufrecht.
Für 2011 erwarten wir eine Stabilisierung dieser leicht positiven Entwicklung. Dabei bedeutet eine weitere Zunahme um 0,5 Mrd. Euro auf 25,3 Mrd. Euro angesichts der niedrigen Ausgangsbasis bereits ein Plus von 2 % gegenüber 2010.
Stützend wirken dabei die weiter steigende Zahl der Haushalte, Wanderungsbewegungen in die Wachstumsregionen, eine Zunahme von Bestandsersatzmaßnahmen sowie die Neugestaltung von Wohnflächen und Wohnumfeldern zur Anpassung an die demografische Entwicklung der Gesellschaft.
II. Wirtschaftsbau
Die Baugenehmigungen im Wirtschaftshochbau zeigen leider noch keine Entspannung an. Das Volumen der Baugenehmigungen ist per April 2010 noch einmal um fast 20 % gegenüber dem Vorjahr rückläufig.
Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass auch im Wirtschaftsbau aktuell ein Zuwachs an Auftragseingängen zu verzeichnen ist, per März um 10 % gegenüber dem Vorjahr. Damit ist immerhin das Niveau von 2006 erreicht.
Die anziehende Konjunktur lässt hoffen, dass es hier zu einer allmählichen Stabilisierung kommt. Allerdings werden die Unternehmen ihre Kapazitäten erst dann wieder erweitern, wenn sich eine nachhaltige Belebung der Nachfrage einstellt. Diese dürfte allerdings vorerst nur schwach ausgeprägt sein.
Wir halten daher unsere Umsatzprognose von minus 8,3 % für 2010 weiter für tragfähig. Der Umsatz im Wirtschaftsbau liegt per März noch um 24 % unter dem Vorjahr. Bei anhaltender Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung sollte der Rückgang dann in 2011 zum Stillstand kommen. Damit wird der Umsatz mit 28,3 Mrd. Euro auf dem für 2010 prognostizierten Niveau liegen.
III. Öffentlicher Bau
Kommen wir zum öffentlichen Bau, jener Sparte, die aufgrund der Konjunkturpakete zur Stütze der Baukonjunktur wurde. Die Baugenehmigungen im öffentlichen Hochbau hatten diese Entwicklung in 2009 bereits mit einem Plus von 54 % deutlich widergespiegelt. Und die Dynamik hält noch an: Per April 2010 ist ein Zuwachs von über 21 % gegenüber 2009 zu konstatieren.
Nachdem die Auftragseingänge im Vorjahr eine solche Dynamik noch nicht erreicht hatten, deutet sich dieses jetzt an. Im Februar lag das Plus bei 11 %, im März bei 27 %. Kumulativ ist per März 2010 ein Zuwachs von 13 % gegenüber dem Vorjahr erreicht. Der mit 80 % schwergewichtige Tiefbau erreichte ein Plus von 5 %, der Hochbau von 19 %. Hier wird deutlich, dass die Konjunkturpakete auf die Verbesserung der Hochbausubstanz zielen.
Witterungsbedingt liegt der Umsatz im öffentlichen Bau per März noch um 12 % unter dem Vorjahreswert.
Mit Blick auf die Entwicklung der Baugenehmigungen und Auftragseingänge wird die Abwicklung der Projekte aus den Konjunkturprogrammen in 2010 ihren Höhepunkt erreichen. Den Umsatz erwarten wir daher bei 28,5 Mrd. Euro (+6,8 %).
Die öffentlichen Auftraggeber werden mit dem Auslaufen der Konjunkturprogramme bei - aus ihrer Sicht - gleichzeitig niedrigen Steuereinnahmen wieder deutlich weniger investieren. Allein der Bund plant für 2011 seine investiven Ausgaben für die Infrastruktur etwa auf das Niveau von 2008, d.h. um ca. 0,7 Mrd. Euro jährlich, zurückzufahren. Auch Länder und Kommunen sehen Handlungsspielräume für Investitionen eingeengt.
Einzig die Restabwicklungen aus den Konjunkturprogrammen in 2011 wirken hier noch positiv nach. Wir rechnen derzeit damit, dass das Umsatzniveau im öffentlichen Bau in 2011 um 2,1 Mrd. Euro auf 26,4 Mrd. Euro (- 7,6 %) zurückgehen wird.
IV. Umsatz Bauhauptgewerbe
Insgesamt wird der Umsatz im Bauhauptgewerbe in 2011 auf 80 Mrd. Euro und damit um 2 % zurückgehen. Für 2010 erwarten wir nach wie vor einen Umsatz von 81,6 Mrd. Euro.
V. Beschäftigungsentwicklung
Die Umsatzentwicklung hat natürlich auch Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation am Bau.
Nachdem die Regelungen zur Saison-Kurzarbeit in den Monaten Januar und Februar 2010 ein weiteres Mal zur Stabilisierung der Beschäftigung beigetragen haben, zeigt sich im März ein Minus bei den Beschäftigten von 2 %. Für das Jahresmittel 2010 erwarten wir etwas weniger als 700.000 Beschäftigte.
Bewahrheitet sich die prognostizierte Umsatzentwicklung für 2011, so muss mit einem weiteren Rückgang von einem Prozent der Arbeitsplätze gerechnet werden. Dies könnte einen Abbau von rund 7.000 Arbeitsplätzen auf dann nur noch 690.000 bedeuten.
Meine Damen und Herren,
zu den Risiken für die weitere Entwicklung der Baukonjunktur gehört die aktuelle Preisentwicklung bei Baustoffen, insbesondere bei Stahl und Bitumen.
Der Preisindex für Betonstahl ist von Dezember 2009 bis zum April 2010 um 63 % gestiegen. Aufträge mit einer hohen Vorlaufzeit werden vor diesem Hintergrund unkalkulierbar. Darüber hinaus drückt die Preisentwicklung auf die Investitionsbereitschaft von Investoren insbesondere im Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau. Die Bauunternehmen laufen Gefahr, auf wesentlichen Teilen der Preiserhöhung sitzen zu bleiben.
Neben den vorhandenen konjunkturellen Risiken belasten Finanzierungsrisiken weiterhin die betriebswirtschaftliche Entwicklung der Bauunternehmen.
Zwar lässt sich die Frage, ob Unternehmen grundsätzlich ein Problem haben, überhaupt Kredite zu bekommen, ganz überwiegend verneinen, dennoch hat sich die Kreditversorgung der Bauunternehmen gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Das ist die Quintessenz einer aktuellen KfW-Unternehmensbefragung, an der sich unser Verband beteiligt hat.
Waren es im Vorjahr rund 36 % der befragten Unternehmen, die eine schwierigere Situation wahrgenommen haben, sind es in diesem Jahr knapp 40 %. Der überwiegende Teil der Bauunternehmen nämlich 57 % gab jedoch eine unveränderte Situation an.
Von den verschlechterten Möglichkeiten der Kreditaufnahme sind kleine Unternehmen besonders betroffen. Während gut 48 % der Bauunternehmen mit bis zu 1 Mio. Euro Jahresumsatz eine schwierigere Situation wahrnehmen, sind es bei Unternehmen mit einem Umsatz von 10 bis 50 Mio. Euro lediglich 23 %. Aber auch 45 % der großen Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 50 Mio. Euro, nehmen eine verschlechterte Finanzierungssituation wahr.
Probleme, überhaupt noch Kredite zu erhalten, und wenn zu ungünstigeren Konditionen, haben 25 % aller befragten Bauunternehmen. Auf kleine Unternehmen mit bis zu 1 Mio. Euro Jahresumsatz trifft dies in mehr als einem Drittel der Fälle (37 %) zu.
Die Forderung nach mehr Sicherheiten wurde von 90 % der befragten Unternehmen als Erschwernis beim Kreditzugang an erster Stelle genannt. Die gestiegenen Anforderungen an Dokumentation und Offenlegung stellen die Unternehmen darüber hinaus vor besondere Herausforderungen (84 %). Aber auch eine langwierige Bearbeitungs- und Entscheidungsprozedur behindert 72 % der Unternehmen, wogegen höhere Zinsen seltener als in der Vergangenheit von den Unternehmen zur Schlechterstellung genannt werden.
Trotz dieser Einengungen können wir für die Bauwirtschaft nicht von einer Kreditklemme sprechen. Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken, die traditionell die Hausbanken der mittelständischen Bauwirtschaft sind, haben signalisiert, die Bauunternehmen auch weiterhin mit Krediten zu versorgen.
Meine Damen und Herren,
die politischen Rahmenbedingungen verhindern derzeit eine gedeihliche Entwicklung der Bauwirtschaft.
Auf die Situation im Wohnungsbau bin ich schon eingegangen. Hier bedarf es dringend unterstützender Maßnahmen. Die Sparbeschlüsse der Bundesregierung haben selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Bauinvestitionen im kommenden Jahr.
So wird der Bund, wie bereits dargestellt, selbst weniger in die Verkehrsinfrastruktur investieren. Da das Bauministerium auch bei den sog. disponiblen Mitteln sparen muss, sollen die Etats für die Städtebauförderung und die CO2-Gebäudesanierung quasi halbiert werden – das sind weitere rund 700 Mio. Euro weniger – wegen des Multiplikatoreffektes werden aber wohl 3,5 bis 4 Mrd. Euro darüber hinaus weniger investiert werden.
Für die mittelständische Bauwirtschaft belastend wirken neben diesen Kürzungen vor allem auch die Einschnitte in die kommunalen Investitionshaushalte. Diese werden wohl erheblich ausfallen, auch wenn das Sparpaket der Bundesregierung nach deren Angaben keine Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte hat. Unabhängig davon werden die Gewerbesteuereinnahmen rückläufig sein und die sozialen Lasten steigen. Da wird es wieder nahe liegen und den Weg des geringsten Widerstandes darstellen, die Investitionen zu kürzen. Dass wir ein solches Verhalten für kurzsichtig halten, brauche ich nicht extra zu betonen. Unsere Infrastruktur hat höhere Investitionen bitter nötig.
Nach einer neuesten Difu-Studie besteht in deutschen Städten und Gemeinden ein Investitionsrückstand von rund 84 Mrd. Euro. Die Kommunen hoffen, in diesem Jahr – auch mit den Mitteln aus den Konjunkturpaketen – rund 27 % des Rückstands abtragen zu können. D. h. für uns im Umkehrschluss, dass der kommunale Investitionsstau dann immer noch bei 61 Mrd. Euro läge. Vor diesem Hintergrund ist es ein Versäumnis, dass ÖPP und Contracting vielerorts noch unbekannt sind oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hier gibt es noch Aufklärungsbedarf und Entwicklungspotenzial.
Würde die öffentliche Hand tatsächlich beginnen, den Investitionsstau abzubauen, wäre uns um die konjunkturelle Zukunft der Bauwirtschaft nicht bange. So aber stehen wir mit Blick auf 2011 vor einem weiteren Krisenjahr.