Die Gründungsversammlung des damaligen Deutschen Stuckgewerbebundes fand am 19. Juli 1924 in Weimar statt. Der Sitz des neuen Verbandes wurde Düsseldorf.
Das Verbandsorgan des Rheinisch-Westfälischen Stuckgewerbeverbandes, "Das Stuckgewerbe", wurde zum Reichsverbandsorgan erhoben und diente nachfolgend als einheitliches Unterrichtsmittel für alle Stuckateurbetriebe im Reich und ab 1927 auch für Österreich.
Erste wesentliche Aufgabe des Verbandes war die Bemühung um einheitliche Rahmentarifbestimmungen im Stuckateurhandwerk, die ihren Abschluss mit dem ersten Reichstarifvertrag für das Stuckgewerbe im Jahr 1926 fand.
Im Zuge der grundlegenden allgemeinen Umgestaltung und Gleichschaltung der deutschen Wirtschaftsorganisationen unter der Diktatur der Nationalsozialisten trat an die Stelle des Deutschen Stuckgewerbebundes der "Reichsinnungsverband des Stukkateur- und Gipsergewerkes", dessen Sitz nach Heilbronn verlegt wurde. Diesem nach fachlich-wirtschaftlichen Grundsätzen umgestalteten Verband wurden zeitweise staatliche Aufgaben übertragen, jedoch mit dem Verbot tarifpolitischer Betätigung die Hauptaufgabe genommen. Als bezirkliche Untergliederungen des Reichsinnungsverbandes wurden die jeweils für den Bereich eines Treuhänderbezirkes errichteten Bezirksstellen eingerichtet, deren Leiter - die Bezirksinnungsmeister - vom Reichsinnungsmeister berufen wurden.
Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers wurde zum 1. April 1942 die Zusammenlegung verschiedener, bisher eigenständiger Reichsinnungsverbände in den "Reichsinnungsverband des Bauhandwerks" vollzogen, um durch Konzentration größere Wirtschaftlichkeit und Schlagkraft herbeizuführen. Das Stuckgewerbe wurde im Rahmen dieses Zwangsverbandes selbständige Fachgruppe auf Reichs- und Bezirksebene. Die Organisation wurde nach Ende des 2. Weltkrieges aufgelöst.
Mit dem nach Kriegsende durch die Besatzungsmächte verordneten Verbot jeglicher organisatorischen Betätigung war das Verbandsleben völlig ausgelöscht. Aufgrund der unterschiedlichen Einstellungen der Besatzungsmächte erfolgte der organisatorische Aufbau des Verbandes regional sehr unterschiedlich. In Nordrhein, Westfalen, Baden und Württemberg gründeten sich eigenständige Landesfachverbände, in anderen Teilen Deutschlands wurde der Fachgruppencharakter innerhalb der neugegründeten Baugewerbeverbände erhalten.
Am 22. November 1948 wurde bei der ersten Versammlung des Stuckgewerbes in Kassel der Beschluss gefasst, eine Bundesfachgruppe Stuckgewerbe im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes zu bilden, die seit dem Jahr 1951 den Namen "Deutscher Stuckgewerbebund im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes" trägt.
Vom 29. Mai bis 1. Juni 1953 trat der Deutsche Stuckgewerbebund erstmals wieder in der Öffentlichkeit auf. Zum "1. Deutschen Stuckgewerbetag" versammelten sich über 1.500 Berufskollegen in Stuttgart und demonstrierten dadurch wirkungsvoll die Bedeutung des Berufsstandes vor der Öffentlichkeit. Diese Veranstaltung sollte fortan im 2-Jahresrhythmus stattfinden.
Die jeweiligen Stuckgewerbetage der darauffolgenden Jahre waren stets Höhepunkte des Verbandslebens und folgten im Zweijahresrhythmus an verschiedenen Orten.
1979 wurde Nürnberg erstmals als Tagungsort des Stuckgewerbetages gewählt und mit der Fachausstellung "Stuck-Putz-Trockenbau - Europäische Fachmesse Innenausbau, Fassade und Bauwerkserhaltung" im Messezentrum Nürnberg kombiniert. Nürnberg blieb fortan Tagungsort des Stuckgewerbetages. Diese Messe wurde für die folgenden Jahre Magnet für Fachbesucher der gesamten Branche und fand im Jubiläumsjahr 1999 zum 11. Mal statt.
1996 wurde die Messetätigkeit des Verbandes erweitert. Der Deutsche Stuckgewerbebund trat erstmals als ideeller Träger der Messe "denkmal 96 - Europäische Messe für Denkmalpflege und Stadterneuerung" in Leipzig" auf.
Auf der Messe "Stuck-Putz-Trockenbau" vom 6.-9 .Mai 1999 leitete der Deutsche Stuckgewerbebundes in seinem 75. Jubiläumsjahr eine neue Ära für seine Mitgliedsbetriebe ein.
Es gilt sich den Änderungen anzupassen. Dazu muss sich der Stuckateur insgesamt von seinem traditionellem Marktverhalten lösen und lernen, selbst aktiv zu werden. Der Markt wandelt sich und der Wettbewerb verschärft sich.
Die Europäisierung und Globalisierung, die Ausweitung der Märkte im Bereich Ausbau und Fassade und die Intensivierung der Märkte beim Bauen im Bestand haben die Mitgliederversammlung des Deutschen Stuckgewerbebundes veranlasst, den historischen Namen abzulegen und ab 2007 unter der Flagge zu segeln:
“Bundesverband Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes”
- Putz-Stuck-Trockenbau-Farbe -
Diese Namensänderung wurde im Rahmen der Messe "Farbe - Ausbau & Fassade" 2007 in Köln vollzogen.
Übersicht der Vorsitzenden des Bundesverbandes Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes seit seiner Gründung
| von 1924 bis 1933 | Stuckateurmeister Ernst Breuer, Düsseldorf |
| von 1933 bis 1945 | Stuckateurmeister Carl Gustav Rank, Heilbronn |
| von 1948 bis 1954 | Stuckateurmeister Julius Rank, Stuttgart |
| von 1954 bis 1978 | Stuckateurmeister Wilhelm Flad, Freiburg |
| von 1979 bis 1988 | Bau.-Ing. Rolf Jacobs, Düsseldorf |
| von 1988 bis 1994 | Stuckateurmeister Georg Kopp, Nürnberg |
| von 1994 bis 1997 | Stuckateurmeister Klaus Rogge, Berlin |
| kommissarisch von 1997 bis 1998 | Stuckateurmeister Eugen Schwarz, Stuttgart |
| von 1998 bis 2000 | Stuckateurmeister Manfred Bechtel, Ludwigsburg |
| seit Oktober 2000 | Dipl.-Math. Stuckateurmeister Jürgen G. Hilger, Köln |