"Der zukünftige Facharbeiter muss über eine Vielzahl von Qualifikationen verfügen und sich immer wieder neues Wissen und verändernde Arbeitstechniken aneignen können. Die Ausbildung muss also über die Vermittlung von Arbeitstechniken zur Bearbeitung und Verarbeitung von Baustoffen hinausreichen." Dies sagte der Vizepräsident des ZDB, Frank Dupré, anlässlich des im Rahmen des Leitbildprozesses der Bauwirtschaft veranstalteten Workshops "Qualifikation der Beschäftigten" in Frankfurt a.M. "Schon in der Ausbildung muss das selbstständige Lernen und das eigenständige Handeln gefördert werden."
Die veränderten Anforderungen an die Facharbeiter der Bauwirtschaft spiegeln sich in der bestehenden Ausbildungsordnung wider: Die Förderung beruflicher Handlungskompetenz steht dabei im Mittelpunkt. Ziel ist es, mit einer zunehmenden Flexibilisierung der Ausbildung die Bedingungen für bereits ausbildende Betriebe zu verbessern und neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen. In der Öffentlichkeit muss es bekannt werden, dass die Bauwirtschaft eine der Zukunft zugewandte Branche mit guten Perspektiven ist.
Die Branche braucht eine Strategie, um die überbetrieblichen Ausbildungskapazitäten an den tatsächlichen Bedarf anzupassen - auch, um ein überproportionales Ansteigen des Berufsbildungsbeitrages zu verhindern. Dazu muss die Wirtschaftlichkeit und die Kapazitätsauslastung der einzelnen Ausbildungszentren kritisch hinterfragt werden, genauso wie die Qualität der dort geleisteten Ausbildung.
In den kommenden Jahren wird es vordringlich darauf ankommen, den Fachkräftebedarf, den das Baugewerbe perspektivisch hat, zu definieren und zu sichern. Die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe des Baugewerbes hängt im großen Maße von der Leistungsfähigkeit des handwerklichen Aus- und Weiterbildungssystems ab. Dabei dürfen die von der Politik geplanten Strukturreformen im Berufsbildungssystem dürfen nicht zu niedrigeren Anforderungen und damit zu sinkender Qualität in der Berufsbildung führen.
Bei der Umsetzung von Modernisierungsprozessen ist für das Handwerk folgendes relevant:
• Das Kompetenzprofil des Gesellen und des Meisters ist durch Wahrung des Berufsprinzips in Aus- und Fortbildung abzusichern und
• die betriebs- und damit praxisnahe Ausbildung ist im dualen System zu gewährleisten.
Die Realisierung des lebenslangen Lernens ist entscheidend für die Zukunft des Einzelnen, aber auch für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie ist eine wichtige bildungspolitische Aufgabe. Die Weiterbildung der Mitarbeiter kann unter Umständen über die Zukunftsfähigkeit eines Betriebes/Unternehmens entscheiden.