Die Spannung und Anspannung steigt im ZDB-Team bei „WorldSkills 2009“. Alle drei Gesellen erleben Wechselbäder der Gefühle, denn es schwankt schnell zwischen „es läuft“ oder eben „es läuft gerade nicht so“. Aber das gehört zu einem Wettbewerb dazu und man merkt Georg Leicht, Michael Janzer und Thomas Schleicher an, dass sie trotz Stress nicht nachlassen, ihr Bestes zu geben.
Am Abend des dritten Wettbewerbstag lächelt Zimmerergeselle Thomas Schleicher wieder ganz zufrieden. Nach einem sehr guten Start am ersten Tag war ihm dann am Abend klar geworden, dass er einen kleinen Fehler gemacht hat, der aber Auswirkungen auf sein Gesamtmodel haben würde. „Das war dann eine schlechte Nacht und ein schlechter Start in den zweiten Tag“. Aber nun mit neuem Holz läuft es wieder gut. Am dritten Tag hat er den Aufriss für die Dachgaube gemacht und arbeitet die Hölzer aus. „Wenn die Gaube passt, komme ich gut durch!“. An diesem Punkt merkt man dem 21jährigen Bayern an, dass er internationale Wettbewerbserfahrungen hat. Im letzten Jahr wurde er Vize-Europameister bei der Zimmerer-EM. Aber trotz dieser Erfahrung kann „WorldSkills“ noch toppen. „Es ist gigantisch“, sagte Schleicher und man merkt ihm an, dass er in Calgary Erfahrungen macht, die ihn fachlich wie persönlich für sein Leben prägen werden. Und so freut er sich schon jetzt auf die Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2013“, die in Leipzig stattfindet. Wer immer dort das deutsche Zimmererhandwerk vertreten wird, wird von Thomas Schleicher Unterstützung bekommen.
Am dritten Wettbewerbstag hing Maurergeselle Michael Janzer etwas hinterher, was seine dritte Wand anging. Aber dafür hatte er fast alle Steine schon geschnitten, so dass er am vierten und letzten Tag in den Endspurt gehen kann. Richtig spannend war es bei den Fliesenlegern. Dort musste um Punkt 18 Uhr das zweite Model, die Wand mit dem Eishockyhelm, fertig gestellt sein. 20 Minuten vor dem Abpfiff war Geselle Georg Leicht immer noch mit dem Verlegen beschäftigt und musste noch eine Fliese schneiden. Aber dann gab Georg „Gas“. Entscheidend sei, so Trainer und Experte Günther Kropf, dass „das Modul fertig ist“. Also extrem schnelles Verputzen und Saubermachen. Die Spannung bei den Zuschauern, unter ihnen Georgs Eltern und andere deutsche Teilnehmer aus anderen Berufskategorien, war deutlich zu spüren. Selbst Kropf hatte als langjähriger Experte bei WorldSkills Zweifel, ob er sich diesen Stress noch einmal an tun will. Aber Punkt 18 Uhr: Georg hatte seine Wand fertig. Nun hat die Jury das Sagen.