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Baugewerbe: Grunderwerbsteuer belastet Bauherren über Gebühr
10/18/2011
Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern ist die Immobilien-Eigentumsquote in Deutschland immer noch äußerst gering, die Nebenkosten beim Kauf von Immobilien sind mit durchschnittlich 13 % deutlich zu hoch. Der Staat ist an dieser schlechten Bilanz nicht unschuldig.“ So die Feststellung von Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes.
Nebenkosten beim Kauf von Immobilien mit durchschnittlich 13 % deutlich zu hoch

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern ist die Immobilien-Eigentumsquote in Deutschland immer noch äußerst gering. „Dabei würde die Mehrzahl der jungen Familien mit Nachwuchs gerne ein Haus bauen, auch viele Singles betrachten einen Immobilienerwerb als beste Altersvorsorge. Der Staat ist an dieser schlechten Bilanz nicht unschuldig.“ So die Feststellung von Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes.

Vor der Föderalismusreform 2006 gab es in Deutschland einen einheitlichen Grunderwerbsteuersatz von 3,5 %. Seither dürfen die Bundesländer den Steuersatz selbst festlegen. Berlin machte 2007 mit einer Anhebung auf 4,5 % den Anfang, die überwiegende Mehrzahl der Länder folgte diesem Beispiel und erhöhte die Steuer, häufig stufenweise ansteigend bis auf 5 %. Bis auf Bayern, Hessen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist in allen Bundesländern eine Anhebung erfolgt oder geplant.

Wie die Grunderwerbsteuersätze so sind auch die Maklerkosten in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Die Notar- und Grundbuchkosten sind bundeseinheitlich und betragen ca. 1,7 % des Kaufpreises.

In Berlin ist jetzt eine weitere Erhöhung der Grunderwerbsteuer in der Diskussion. Dies trifft Bauwillige umso härter, als in Berlin (wie auch in Brandenburg) bereits die Maklergebühr regelmäßig mit 7,14 % zu Buche schlägt. Kommen Notar- und Grundbuchkosten mit durchschnittlich 1,7 % sowie die Grunderwerbsteuer mit 5 % dazu, müsste ein Käufer fast 13,5 % an Nebenkosten aufbringen!

Ein Beispiel: Eine junge Familie bezahlt für ein Einfamilienhaus einen Kaufpreis von 325.000 Euro (75.000 Euro für das 500 qm große Grundstück und 250.000 Euro für die Baukosten). Es ergeben sich zusätzliche Kosten für Notar- und Grundbuch (5.525 Euro) und für die durchschnittlich 6 %ige Maklerprovision (19.500 Euro), die Nebenkosten summieren sich auf 25.025 Euro. Jetzt verlangt die öffentliche Hand obendrauf Grunderwerbsteuer in Höhe von 16.250 Euro (bei einem Satz von 5 %). Damit belaufen sich die gesamten Nebenkosten auf 41.275 Euro, das sind 12,7 % des ursprünglichen Kaufpreises. Damit muss die Familie also insgesamt 366.275 Euro aufwenden.

Dass es auch anders geht beweist ein Blick auf unsere Nachbarn. Um den stagnierenden Wohnungsmarkt anzukurbeln senkten die Niederlande die Grunderwerbsteuer für Wohnimmobilien drastisch von 6 % auf 2 %. Insider erwarten einen signifikanten Anstieg der Immobilienkäufe. „Deutschland könnte sich daran ein Beispiel nehmen. Statt durch ständige Erhöhungen der Grunderwerbsteuer Bauwillige abzuschrecken, sollte die öffentliche Hand Familien den Bau eines Eigenheims erleichtern und zugleich einen Beitrag zur Altersvorsorge ermöglichen.“ So die Forderung von ZDB-Hauptgeschäftsführer Pakleppa.

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