Laudatio von Arndt Frauenrath, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, anlässlich der Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille des Deutschen Baugewerbes an Dipl.-Ingenieur Heinrich Wagner, Präsident des Verbandes der Bauwirtschaft Südbaden, Deutscher Baugewerbetag 2002 am 25. Oktober 2002 in Berlin.
Seit über 30 Jahren sind Sie ehrenamtlich tätig. Alle Ehrenämter der Baugewerbe- und der Handwerksorganisation aufzuzählen, die Sie bereits innehatten, würde diese Veranstaltung sprengen. So will ich mich auf die wichtigsten beschränken: Der Integrationskraft Ihrer Persönlichkeit ist es zu verdanken, dass im Zuge der Gebietsreform 1974 die Bauinnung Konstanz aus drei Teilinnungen gegründet werden konnte. Gleichzeitig wurde eine neue Kreishandwerkerschaft aus der Taufe gehoben. Sie übernahmen deren Führung als kommissarischer Kreishandwerksmeister.
Diese Integrationsfähigkeit haben Sie, Herr Wagner, auch bei der Fusion der damaligen baugewerblichen und bauindustriellen Verbände in Südbaden bewiesen. Dies kennzeichnet bis heute Ihre Grundüberzeugung: dass nämlich die beiden Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, gemeinsam die Interessen der Bauunternehmen gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertreten sollten.
Grenzüberschreitend haben Sie sich in mehr als 25 Jahren besondere Verdienste im Austausch mit den ehrenamtlich tätigen Schweizer Bauunternehmern in den Grenzkantonen erworben. In Ihrer Amtszeit als Präsident handelten Sie wegweisende bilaterale Verträge über das Gegenrecht mit den Grenzkantonen aus. Diese Verträge haben deutschen Unternehmen den Markteintritt in der Schweiz erst ermöglicht. Dabei haben Ihnen eine über 25-jährige freundschaftliche Verbindung mit den Schweizer Bauunternehmern und Ihr politisches Gespür geholfen. Auch der Austausch mit Frankreich, besonders mit dem Elsässischen Verband, wirkte über die Grenzen Südbadens hinaus und erleichterte deutschen Unternehmen den Markteintritt nach Frankreich.
Mit großer Tatkraft und Erfolg hat sich Herr Wagner dafür eingesetzt, für die Jugendlichen im Bereich des Bauwirtschaft vorbildliche und hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Das flächendeckende Netz beruflicher Ausbildungsstätten trägt mit seine Handschrift.
Sehr geehrter Herr Wagner, als zutiefst politischer Mensch übten Sie politische Ämter in Ihrer Heimatstadt Stockach aus, als Stadtrat, Fraktionssprecher und für über 20 Jahre als 1. Stellvertretender Bürgermeister von Stockach.
Auch im Vereinsleben waren und sind Sie aktiv. Besonders hervorzuheben ist Ihr Engagement als Fürsprecher und Chef des Protokolls beim weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannten Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken. So bekannte “Delinquenten” wie z.B. Kurt-Georg Kiesinger, Lothar Späth, Hans-Dietrich Genscher oder Joschka Fischer konnten auf Ihre Verteidigung bauen.
Mit großem persönlichem Einsatz und unter Aufbietung von sehr viel Freizeit stellten Sie sich, lieber Herr Wagner, diesen weit gespannten Aufgaben für das Wohl von Staat und Gesellschaft zur Verfügung. Ihre Arbeit und Ihr Engagement waren stets von hervorragender Sachkenntnis, klarer Zielsetzung und Objektivität und Integrität geprägt. So haben Sie sich über die Grenzen Südbadens und Baden-Württembergs hinaus hohes Ansehen erworben. Bereits einmal wurden Sie mit einer hohen Ehre, mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande , ausgezeichnet. Heute dürfen wir Sie für Ihre Verdienste um das Baugewerbe auszeichnen: nämlich mit der Goldenen Verdienstmedaille des Deutschen Baugewerbes.